Direkt zum Inhalt
Ein Angebot von
Registrieren

Pfadnavigation

  1. Startseite
  2. Deutsch
  3. 5 Literatur und Medien
  4. 5.1 Ausgewählte literarische und mediale Gattungen
  5. 5.1.2 Was ist ein Gedicht?
  6. Vers

Vers

Als Vers bezeichnet man zumeist die Einzelzeile eines Gedichtes. Werden zwei Verszeilen nebeneinander gestellt, ergibt dies die Langzeile. Seit dem 9. Jahrhundert wurde es üblich, den Endreim in der deutschen Lyrik zu verwenden. Das hatte auch Auswirkungen auf den Vers. Man begann, antike Versmaße zu verwenden. Deswegen wird der Vers genauer als die von einem bestimmten Rhythmus getragene und metrisch gegliederte Zeile innerhalb der gebundenen Rede definiert. Dieser Rhythmus wird durch das Versmaß bestimmt.

  • KI-Tutor Kim erklärt dir den Stoff sofort nochmal einfach und verständlich

  • Kim hilft dir bei all deinen Fragen und Aufgaben weiter

Jetzt kostenlos mit Kim üben

Vers nicht verstanden?

Jetzt kostenlos mit Kim üben

Definition

Als Vers bezeichnet man zumeist die Einzelzeile einer Strophe. Werden zwei Verszeilen nebeneinander gestellt, ergibt dies die Langzeile.
Die bekannteste Langzeile im Deutschen ist die so genannte germanische Langzeile, die noch bis ins Hochmittelalter standardmäßig Verwendung fand. Die älteste germanische Langzeile in Stabreimform ist die Runeninschrift auf dem Goldhorn von Gallehus (um 400 n. Chr.):

„ek HlewagastiR HoltijaR horna tawiðo“
(„Ich, HlewagastiR, Holts Sohn, fertigte das Horn.“)

Seit dem 9. Jahrhundert wurde es üblich, den Endreim in der deutschen Lyrik zu verwenden. Das hatte auch Auswirkungen auf den Vers. Man begann, antike Versmaße zu verwenden.

Deswegen wird der Vers genauer als die von einem bestimmten Rhythmus getragene und metrisch gegliederte Zeile innerhalb der gebundenen Rede definiert.

Metrik ist die Lehre vom Versmaß, d.h. der schematischen Ordnung, die dem Vers zugrunde liegt. Voraussetzung für die Ordnung ist, dass es Silben verschiedener Qualität gibt:

  • Es kann (wie im Griechischen) der Wechsel von langen und kurzen Silben (Länge und Kürze) geregelt werden (quantitierender Vers, quantitierende Metrik) oder
  • (wie im Deutschen) der Wechsel von betont und weniger betont (Hebung und Senkung) gesprochenen Silben (akzentuierender Vers).
  • Bei einem dritten System (in den romanischen Sprachen) wird die Zeile durch die Zahl der Einheiten bestimmt, zugleich liegen die Stellen für einige Akzente fest. In bestimmten französischen Versen herrscht der alternierende Grundsatz (alternierender Vers), das heißt der regelmäßige Wechsel von betont und nicht betont, unbeschadet der „natürlichen“ Betonung der Silben.

Das Versmaß wird in der Verslehre auch als Metrum bezeichnet.
Metrum bezeichnet im Deutschen die Anzahl der Versfüße pro Zeile. Es regelt die Abfolge von betonten und unbetonten Silben (Versfuß), das heißt (im Deutschen) die Anordnung des Wort-Akzents. Man unterscheidet:

  • Dimeter (zwei Versfüße),
  • Trimeter (drei Versfüße),
  • Tetrameter (vier Versfüße),
  • Pentameter (fünf Versfüße) und
  • Hexameter (sechs Versfüße).

Der Versfuß (Takt) besteht aus einer betonten Silbe (Hebung: –) und einer oder mehrerer unbetonter Silben (Senkung: U). Der Takt ist die kleinste metrische Einheit des Metrums.

Versfüße im Deutschen orientieren sich an der griechischen Literatur. Die Lyrik der deutschen Literatur begreift sich zunächst als nachahmende Gattung. Der griechischen kurzen bzw. langen Silbe stellt man in der deutschen Literatur die betonte bzw. unbetonte Silbe gleich. In der ursprünglichen germanischen Literatur gab es lediglich den Stabreim bzw. die Alliteration, der wir als bestimmendem Versfuß im Hildebrandslied begegnen.

Bild

Freie Verse / freie Rhythmen

Freie Verse (franz. vers libre) sind gereimte Zeilen von unterschiedlicher Länge. Es handelt sich durchgehend um Jamben (eine unbetonte und eine betonte Silbe) oder Trochäen (eine betonte und eine unbetonte Silbe) mit oder auch ohne Strophenform.

Freie Verse muss man von freien Rhythmen unterscheiden. Freie Rhythmen sind reimlose, metrisch ungebundene, rhythmisch geprägte Verszeilen, ohne metrisch festgelegte Strophenform, doch sinngemäß in Gruppen unterschiedlicher Länge gegliedert.

Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH): "Vers." In: Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH). URL: http://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/deutsch/artikel/vers (Abgerufen: 15. June 2026, 12:30 UTC)

Suche nach passenden Schlagwörtern

  • Kehrreim
  • Vers
  • Reimstellung
  • Schweifreim
  • Reim
  • Anfangsreim
  • Assonanz
  • Kreuzreim
  • umarmender Reim
  • Alliteration
  • Endreim
  • Zeile
  • Binnenreim
  • Stabreim
Jetzt mit Kim üben

Vers nicht verstanden?

  • KI-Tutor Kim erklärt dir den Stoff sofort nochmal einfach und verständlich
  • Kim hilft dir bei all deinen Fragen und Aufgaben weiter

Verwandte Artikel

Andreas Gryphius

* 02.10.1616 in Glogau, Schlesien (heute Glogow, Polen)
† 16.07.1664 in Glogau

ANDREAS GRYPHIUS (ANDREAS GREIF) war einer der bedeutendsten deutschen Barockdichter. Er übersetzte Dramen, verfasste Lyrik, Trauer- und Lustspiele und gilt er als der sprachgewaltigste Autor deutscher Literatur im Zeitalter des Barock. Seine unter dem Eindruck des Dreißigjährigen Krieges und der konfessionellen Auseinandersetzungen geschriebenen Werke sind von einem tiefen Pessimismus durchdrungen („Poetik der Klage“) und beschäftigen sich in erster Linie mit der Vergänglichkeit des irdischen Seins. Als Mitglied der „Fruchtbringenden Gesellschaft“ hatte GRYPHIUS großen Anteil daran, der deutschen Sprache zum Ansehen einer akzeptierten eigenen Literatursprache zu verhelfen.

Pindar

* 518 v. Chr. in Kynoskephalai (bei Theben, Griechenland)
† 438 v. Chr. in Argos (Griechenland)

PINDAR gehörte zusammen mit ALKAIOS, SAPPHO und ANAKREON zu den bedeutendsten panhellenischen Lyrikern der griechischen Literatur. Er führte die griechische Chorlyrik zu ihrem Höhepunkt und ist der geistige Vater einer besonderen Odenform, der sogenannten Pindarischen Ode, einer dreigeteilten chorischen Ode, bei der die beiden ersten Strophen gleich gebaut sind und die dritte metrisch abweichend ist.

PINDAR schrieb Hymnen, Dithyramben, Prozessionsoden, Tanzlieder, Grabgesänge und Loblieder und galt bereits im Altertum als Meister des erhabenen Stils.

Catull

* um 87 v. Chr. in Verona
† um 54 v. Chr. in Rom

CATULL (GAIUS VALERIUS CATULLUS) war ein lateinischer Lyriker, der als einer der bedeutendsten Vertreter der altrömischen Versdichtung angesehen wird. Er beschäftigte sich mit der Erschließung griechischer Literatur für die lateinische Sprache und wurde stark von der griechischen Lyrikerin SAPPHO beeinflusst.
CATULL beherrschte viele Genres der lateinischen Lyrik (Brief, Epigramm, Mono- und Dialog, Elegie, Epyllion). Er gilt als Meister des lateinischen Epigramms und des Epyllions. Er verfasste u. a. Hochzeitsgedichte, Elegien, Freundschafts- und Trinklieder sowie Spottverse. Berühmt sind seine „Liebeslieder auf Lesbia“.

Heinrich von Meißen, genannt Frauenlob

* um 1250–60 in Meißen
† 29.11.1318 in Mainz

HEINRICH VON MEISSEN war ein mittelhochdeutscher Lyriker und Spruchdichter, der sich selbst den Künstlernamen FRAUENLOB gab. Zusammen mit WALTHER VON DER VOGELWEIDE und OSWALD VON WOLKENSTEIN gehört er zu den drei großen Lyrikern des Mittelalters. Sein Werk umfasst u.a. Spruchstrophen, Minnelieder und Leiche mit oft reichhaltiger Metaphorik, die den späthöfischen Minnesang stark beeinflussten. Die Meistersinger zählten ihn zu den „Zwölf alten Meistern“.

Renaissance

Als Epoche der Renaissance wird die Zeit zwischen 1350 und dem Beginn des 16. Jh. in Europa bezeichnet. Sie kennzeichnet die kulturelle Bewegung in Europa im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit.

Im 14. und 15. Jahrhundert entwickelten sich in Europa neue philosophische Strömungen, die die Weltanschauung stark verändern sollten und eine Gegenbewegung zur Scholastik und der damaligen kirchlichen Autorität darstellten.
Die Art des neuen Denkens wirkte sich u. a. auch auf die Literatur aus. Allerdings blieb die humanistische Bewegung in Deutschland auf die Gelehrten und also auf die lateinische Sprache beschränkt. Die Renaissance brach sich in Kunst und Architektur als zeitgemäßer Ausdruck des Territorialfürstentums Bahn.

Ein Angebot von

Footer

  • Impressum
  • Sicherheit & Datenschutz
  • AGB
© Duden Learnattack GmbH, 2026