David Herbert Lawrence

Lebensgeschichte

DAVID HERBERT LAWRENCE wurde 1885 als Sohn eines Bergarbeiters und einer Lehrerin in England geboren. Die unterschiedliche Herkunft beider Elternteile führte zu zahlreichen Streitereien in der Familie, wodurch sowohl LAWRENCES Leben als auch sein literarisches Werk beeinflusst wurden. Seine Kindheit verbrachte LAWRENCE in Armut. Da er häufig erkrankte, gelang es ihm nur durch die Unterstützung seiner Mutter, die Schule zu beenden. Im Anschluss daran studierte er mit Hilfe eines Stipendiums in Nottingham (1906-08) und arbeitete bis zu seiner Erkrankung an Tuberkulose (1911) als Lehrer in London. 1911 wurde sein erster Roman The White Peacock (dt. Der weiße Pfau) veröffentlicht.

Ab 1912 lebte LAWRENCE mit der Frau seines ehemaligen Lehrers, FRIEDA WEEKLEY (geb. VON RICHTHOFEN) zusammen. 1914 heirateten beide und begannen ein Wanderleben, in dessen Verlauf LAWRENCE - trotz gesundheitlicher Probleme - zahlreiche Romane, Erzählungen und Gedichte verfasste. Das Paar lebte teils in Deutschland, teils in Österreich und Italien.

Während des Ersten Weltkriegs hielten sich LAWRENCE und seine Frau in England auf, wo sie 1917 verdächtigt wurden, deutsche Spione zu sein. LAWRENCE war allerdings ein entschiedener Kriegsgegner. Nach Kriegsende verließen sie England und lebten in Italien, New Mexico (USA) und Südfrankreich.
LAWRENCE schloss Freundschaft mit den Schriftstellern KATHERINE MANSFIELD und ALDOUS HUXLEY. Längere Reisen führten ihn unter anderem nach Ceylon (heute Sri Lanka), Australien und Mexiko. 1930 starb LAWRENCE im Alter von 44 Jahren in Südfrankreich an Tuberkulose.

Literarisches Schaffen

1909 veröffentlichte LAWRENCE in der Zeitschrift The English Review seine ersten Gedichte. Diese sowie seine zahlreichen Kurzgeschichten widmen sich in einer sehr bilderreichen und ausdrucksstarken Sprache dem Problem der modernen Zivilisation. Sie beschreiben den Gegensatz zwischen Zivilisation der Moderne, die als mechanisch und erstarrt empfunden wird, und der Sehnsucht nach einem harmonischen Sein. Laut LAWRENCE verhindern in der Moderne der Egoismus und das Übergewicht des Rationalen die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Das von LAWRENCE erstrebte harmonische Sein schließt eine frei gelebte Sexualität ein, um zu vitaler Menschlichkeit und Kreativität zurückzufinden.

Bereits in seinem ersten Roman The White Peacock wendet sich LAWRENCE gegen die von ihm als unnatürlich und einengend bewertete Zivilisation. In seinen drei großen Romanen Sons and Lovers (1913, dt. Söhne und Liebhaber), The Rainbow (1915, dt. Der Regenbogen) sowie Women in Love (1920, dt. Liebende Frauen) geht es ebenfalls um die Bedrohung der menschlichen Vitalität durch die industrielle Gesellschaft. Aufgrund der freizügigen Schilderung erotischer Beziehungen geriet LAWRENCE immer wieder in Konflikt mit der Zensur. Der Roman The Rainbow durfte zunächst nicht veröffentlicht werden, andere Werke erschienen in gekürzten Fassungen. Publizieren konnte er seine Schriften jedoch in den von KATHERINE MANSFIELD und ihrem Mann herausgegebenen Zeitschriften.

LAWRENCEs literarisches Werk ist stark autobiografisch geprägt. In Sons and Lovers schildert er die Probleme eines Elternhauses, die aus der unterschiedlichen Herkunft der Eltern entstehen, sowie das besondere Verhältnis zu seiner Mutter. Auch LAWRENCEs Reiseberichte beruhen auf eigenen Erlebnissen.

In Kangaroo (1923) und The Plumed Serpent (1926, dt. Die gefiederte Schlange) kritisiert LAWRENCE Sozialismus und Demokratie.

LAWRENCEs letzter und auch wohl bekanntester Roman Lady Chatterleýs Lover liegt in mehreren Fassungen vor. Er rief einen lang währenden Skandal hervor, da LAWRENCE sexuelle Beziehungen sehr freizügig darstellt. In Großbritannien durfte der Roman ungekürzt erst 1960 erscheinen.
Thematisiert wird eine Dreiecksbeziehung um die junge Lady Constance Chatterley, die sich in der düsteren sterilen Welt ihres Ehemanns Clifford eingeengt fühlt. Dieser wurde im Krieg zum Krüppel und ist seither impotent. Constance beginnt eine leidenschafltiche Affäre mit dem Wildhüter Oliver Melloers, der zehn Jahre jünger als sie ist.

Neben seinen Romanen schrieb LAWRENCE philosophische Essays über Politik, Zivilisation und die Rolle des Unbewussten sowie Literaturkritiken, Reisebücher und Dramen. Heute gilt er einer der wichtigsten Autoren des 20. Jahrhunderts.

Werke
(Auszug)

Gedichte
Love Poems and Others (1913)
Amores (1916)
Look! We Have Come Through (1917)
New Poems (1918)
Birds, Beasts and Flowers (1923, dt. Vögel, Blumen und wilde Tiere)
Last Poems (1932)

Romane
The Trespasser (1912, dt. Todgeweihtes Herz)
Mr. Noon (entstanden 1921)
Aaron's Rod (1922, dt. Aarons Stab)
St. Mawr (1925, dt. Der Hengst St. Mawr)

Kurzgeschichten
The Prussian Officer and Other Stories (1914, dt. Der preußische Offizier und andere Erzählungen)
England, My England (1922, dt. England, mein England)
The Woman who Rode Away (1928, dt. Die Frau, die davonritt)

Reiseberichte
Twilight in Italy (1916, dt. Italienische Dämmerung)
Sea and Sardinia (1921, dt. Das Meer und Sardinien)
Mornings in Mexico (1927, dt. Mexikanischer Morgen)
Etruscan Places (1927, dt. Etruskische Stätten)

Sachtexte
Studies in Classic American Literature (1923)
Movements in European History (1921)
Psychoanalysis and the Unconscious (1921)
Fantasia of the Unconscious (1922)

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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