Präsentation

In der Schule zählt die Präsentation zu den für die universitäre Ausbildung und das spätere Berufsleben wohl nützlichsten Übungen, wenn gleich auch sicher zu den unbeliebtesten. Präsentationen sind im Studium und Arbeitsleben an der Tagesordnung, und das aus einem ganz ersichtlichen Grund: Einen Sachverhalt oder ein Forschungsergebnis zu präsentieren, bedeutet direkt mit einer Zuhörerschaft zu kommunizieren und auf diesem Wege auch gleich Reaktionen auf das Vorgetragene zu erfahren. Die Präsentation ist ein Prozess, in dem der Weg der eigenen Recherche und Erkenntnisgewinnung noch einmal für ein Publikum dargestellt wird.

Ziel der Präsentation

Ziel der Präsentation ist nicht, den Zuhörern die Ergebnisse vorzusetzen, und keine weiteren Erläuterungen abzugeben. Vielmehr soll die Präsentation den Zuhörern die Möglichkeit bieten, anhand der formalen Gliederung und dem logischen Aufbau des Vortrags die Kernaussage(n) nachzuvollziehen.
Der Referent gibt hier sein eigenes Wissen zum Besten und kann eventuell in der anschließenden Diskussion direkt auf Fragen und Anmerkungen des Publikums eingehen. Damit dies auch angesprochen wird und die Präsentation aufmerksam und vor allem interessiert verfolgt, sollten einige Punkte beachtet werden.

Eine Präsentation ist das mündliche Gegenstück zu einer Facharbeit, und in etwas weiterem Sinne strukturell mit Formen des argumentativen Sachtextes wie Essay oder Erörterung verwandt. Hier hat generell der logische Aufbau der Argumentation oberste Priorität, und bei allen geht es in erster Linie um Klarheit und Nachvollziehbarkeit der Aussage.
Im Gegensatz zu den schriftlichen Formen der Argumentation und Ergebnisvermittlung spielt bei der Präsentation ein anderer, nicht zu unterschätzender Faktor eine Rolle: die Zeit. Eine Präsentation wird in Echtzeit abgehalten, während eine schriftliche Abhandlung gebündelt Ergebnisse einer Recherche- und Forschungsarbeit über einen beliebig langen Zeitraum darstellt. Wenn man also eine Präsentation zu einem bestimmten Thema plant, sollte man bezüglich des Umfangs und der inhaltlichen Darstellung nie vergessen, wie viel Zeit man selber mit der eigenen Erarbeitung der Erkenntnisse verbracht hat. Man kann von einem Publikum nicht verlangen, innerhalb einer halben Stunde all jene Informationen aufzunehmen, deren Erarbeitung vielleicht ein paar Tage oder noch länger gedauert hat. Dem Publikum soll bei einer Präsentation die Möglichkeit gegeben werden, die Informationen zu verarbeiten.

Aufbau und Gestaltung

Die mündliche Präsentation ist eine Form der Argumentation. Daher orientiert sich der Aufbau eines Vortrags an verschiedenen Ebenen von Sinneinheiten, deren Struktur sich am Besten mit einer Pyramide vergleichen lässt: Die Spitze ist das Ergebnis des Vortrags, also die Erkenntnis, die dem Publikum vermittelt werden soll.

1. Einleitung

Die Einleitung stellt die Basis der Präsentation dar. Hier soll die Aufmerksamkeit und das Interesse der Zuhörer geweckt werden. Am Besten lässt sich dies erreichen, wenn man das Thema der Präsentation mit dem Erfahrungshorizont des Publikums verknüpft. Neben der Themenvorstellung wird hier auch kurz der Argumentationsweg erklärt, sodass die Zuhörer einen Überblick erhalten und wissen, was im Laufe der Präsentation auf sie zukommt.

2. Hauptteil

Hier werden die einzelnen Gliederungspunkte der Präsentation dargestellt. Sie sind entweder logisch aufeinander aufgebaut, wie bei einer Pyramide folgt ein Punkt dem anderen. Oder aber es gibt mehrere Ebenen gleichzeitig zu einem Thema, die nicht unmittelbar miteinander verbunden sind, aber dennoch zum Ergebnis der Präsentation beitragen. Hier liegt es nun am Referenten, den Zuhörern Hilfestellung zu geben, in dem er selber auf die Bedeutung dieses Gliederungspunktes für den Gesamtzusammenhang aufmerksam macht. Wenn das Publikum Rätselraten muss, warum der Referent jetzt was erwähnt und wie das zum Thema passen soll, verliert es ganz schnell das Interesse. Gegebenenfalls sollte der Referent immer auch Zwischenergebnisse zusammenfassen, bevor er zum nächsten Punkt übergeht. So bleibt auch das Publikum zufrieden, wenn es feststellen kann, dass zum bisherigen Zeitpunkt schon eine Menge neuer Erkenntnisse gewonnen wurden.
Wiederholungen sind ebenfalls hilfreich, gerade bei komplexeren Zusammenhängen, denn so werden Informationen nachhaltig vermittelt und gespeichert.

Ein anderer, unverzichtbarer Bestandteil einer Präsentation sind visuelle Hilfen. Ein Vortrag mag sich allein auf die verbale Vermittlung von Informationen stützen können, wenn der Redner anschaulich und vor allem rhetorisch überzeugend vorgeht. Es ist allerdings wissenschaftlich erwiesen, dass das Gedächtnis Informationen besser speichern kann, wenn sie mit einer visuellen Darstellung verbunden werden. Dies ist wichtig für den Aufbau der Präsentation, denn visuelle Hilfsmittel machen die Informationen für das Publikum nicht nur leichter zugänglich, sie bieten außerdem eine nicht zu unterschätzende Variation in der Gestaltung der Präsentation. Es ist einfach auch mal entspannend, sich eine Grafik oder ein Diagramm anzuschauen, das die Informationen des Referenten bildlich veranschaulicht, wenn dieser z. B. Statistiken zitiert. Aber auch allein schon ein thematisch passendes Foto oder eine Illustration können die Atmosphäre der Präsentation erheblich auflockern.

Mittels Overhead Projector oder Powerpoint kann der Argumentationsweg selber auch visuell dargestellt werden, indem man die einzelnen Gliederungspunkte, also den Aufbau der Präsentation, für alle ersichtlich an der Wand abbildet. So kann sich der Zuhörer immer orientieren, an welchen Punkt des Vortrags der Referent angelangt ist (und, schlimmstenfalls, wie lange er noch durchhalten muss bis der Vortrag zu Ende ist).
Die klassische Alternative zu den technisierten Hilfsmitteln ist das Handout. Hier werden die wesentlichen Punkte des Vortrags, die sogenannten Thesen aufgeführt. Das Handout ist gleichzeitig auch etwas, dass das Publikum mit nach Hause nehmen kann und zu dem es sich weitere Gedanken machen kann.

3. Schluss

Am Ende der Präsentation werden noch einmal alle Erkenntnisse rekapituliert und zusammengefasst. Auf gar keinen Fall sollte hier eine Unstimmigkeit mit dem vorher Gesagten auftreten, ein neuer Aspekt dient lediglich der Überleitung zur Diskussion mit dem Publikum.

Der Vortrag

Das Besondere einer Präsentation ist die direkte Kommunikation mit dem Publikum. Allein das Wort Publikum verrät Einiges: eine Präsentation zu halten, bedeutet, sich öffentlich und vor anderen zu einem bestimmten Thema zu äußern. Insofern steht die Person des Referenten neben der eigentlichen Präsentation immer auch im Blickpunkt der Aufmerksamkeit. Der Referent ist Vermittler zwischen den Thesen und Aussagen seines Vortrags und dem Publikum, daher ist besonders wichtig, dass er sich richtig verhält. Das bedeutet, die Informationen sollten verständlich und „störungsfrei“ übermittelt werden. Der Referent sollte nie auf seine Person aufmerksam machen, sondern immer nur die Aufmerksamkeit auf das Vorgetragene lenken.
Eine klare und deutliche Aussprache ist essenziell, denn wer raten muss, was gerade gesagt wurde, kann schon nicht mehr die eigentliche Information aufnehmen. Natürlichkeit in der Vortragsweise kommt dann zustande, wenn die verschiedenen Punkte nicht abgelesen werden, sondern frei vorgetragen werden. Am besten schreibt man sich Stichpunkte auf Karteikarten und orientiert sich im Laufe der Präsentation daran.

Außerdem sollte man nie dem Publikum den Rücken zudrehen. Hektische Gesten und zu viel Bewegung des Referenten lenken vom Gesagten ab. Auch kann eine betont lässige Körpersprache eher nerven als Souveränität ausstrahlen. Eine Präsentation lebt zum Großteil von der Persönlichkeit des Referenten. Affektiertheit oder Schauspielerei können die Zuhörer aber eher verärgern, deshalb sollte man sich während einer Präsentation nicht anders geben, als man in einem privaten Gespräch auch sein würde. Wichtig ist, das Publikum für sich zu gewinnen, und dies kann auch der Fall sein, wenn man sich verzettelt hat: Zu sagen, dass man jetzt gerade den Faden verloren hat, bringt mehr Sympathien ein als minutenlang in den eigenen Unterlagen zu wühlen.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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