Hauptstadt Amsterdam

Amsterdam liegt in der Provinz Nordholland an der Mündung der Amstel in das IJmeer. Durch den Nordseekanal ist die Stadt mit der Nordsee, durch den Amsterdam-Rhein-Kanal mit dem Hinterland verbunden. Auch die Innenstadt von Amsterdam ist von zahlreichen Kanälen, den Grachten, durchzogen. Die größte Stadt der Niederlande hat rund 780 000 Einwohner und ist Teil des Ballungsgebietes Randstad Holland. Amsterdam ist ein kultureller Mittelpunkt der Niederlande mit zahlreichen Museen, zwei Universitäten, der Königlichen Niederländischen Akademie der Wissenschaften und der Akademie der Bildenden Künste sowie dem Königlichen Tropeninstitut mit angeschlossenem Tropenmuseum.

Die Stadt ist ein bedeutender Handels- und Stapelplatz besonders für Tabak, Kaffee, Kakao, Chinarinde, Hölzer, Reis, Getreide, Kautschuk, Kohle und Erdöl. Sie besitzt die älteste Wertpapierbörse der Welt (1611 gegründet). Der Blumenmarkt gehört zu den Touristenattraktionen. Der See- und Binnenhafen ist nach Rotterdam der zweitgrößte des Landes. Der Luftverkehr wird über den internationalen Großflughafen Schiphol abgewickelt. Wichtiger als der Handel ist für Amsterdam heute seine Funktion als Industriestandort. Es gibt chemische Industrie, Maschinenbau (z. B. Herstellung von Büromaschinen), Metallverarbeitung, Flugzeug- und Fahrzeugbau, elektrotechnische Industrie, Druckereien und Verlage sowie die traditionelle Nahrungs- und Genussmittelindustrie. Neben dem belgischen Antwerpen ist Amsterdam Hauptsitz der Diamantschleiferei.

Randstad Holland

Amsterdam gehört zum Ballungsgebiet Randstad Holland, in dem knapp die Hälfte aller Niederländer lebt. Das Ballungsgebiet hat eine ringförmige Ausdehnung – im Niederländischen bedeutet „rand“ Ring – und erstreckt sich vom Rhein-Maas-Delta mit Rotterdam und Dordrecht im Süden entlang der Küste über Den Haag, Leiden und Haarlem nach Norden bis Zaanstad. Es reicht dann über den Raum Amsterdam und Hilversum nach Amersfoort und Utrecht. Auch die neue Provinz Flevoland im IJsselmeer zählt zum Ballungsgebiet. Im Innern des nach Südosten offenen Rings werden intensiver Gartenbau und Milchwirtschaft betrieben. Mit ihren Industrieansiedlungen, Häfen, ihren Handels- und Verwaltungsfunktionen sowie Bildungs- und Kultureinrichtungen bildet die Randstad Holland den wirtschaftlichen Schwerpunkt der Niederlande.

Stadtbild

Mittelpunkt der von Kanälen (Grachten) durchzogenen, auf Pfählen erbauten kreisförmigen Altstadt ist der „Dam“ mit dem Königlichen Palast, dem früheren Rathaus aus dem 17. Jahrhundert. Amsterdam wird auch das Venedig des Nordens genannt. Die Befestigungsanlagen der Stadt zählen zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Bemerkenswert sind auch die Kirchen Oude Kerk (14.–16. Jh) und Nieuwe Kerk (Ende 14. Jh. begonnen) sowie zahlreiche prächtige Profanbauten, unter ihnen das Rembrandthaus und das Trippenhuis (17. Jh.). Am geschlossensten ist die historische Bebauung mit vielen schönen Bürgerhäusern an der Herengracht, Keizersgracht und der Prinsengracht. Auch die Moderne ist mit zahlreichen bemerkenswerten Bauten vertreten. Mit dem Rijksmuseum mit Werken der niederländischen Malerei und dem Städtischen (Stedelijk) Museum moderner Kunst besitzt Amsterdam zwei Museen von internationalem Rang. Die zahlreichen historischen Bauten und der weltläufige legere Lebensstil ziehen viele Touristen an.

Aus der Geschichte

Anfang des 13. Jahrhunderts war Amsterdam noch ein Fischerdorf. Es erhielt um 1300 Stadtrechte und kam 1317 an die Grafen von Holland. Im 14./15. Jh. erlebte die Stadt als Mitglied der Hanse durch den Ostseehandel einen wirtschaftlichen Aufstieg. 1578 schloss sich Amsterdam dem Aufstand Hollands gegen die Spanier an. Nach der Eroberung Antwerpens durch die Spanier 1585 siedelten sich viele Kaufleute aus Brabant an. Amsterdam wuchs rasch und war im 17. Jh. die führende Handelsstadt Europas. Der Krieg gegen Großbritannien von 1780 bis 1784 und die französische Besetzung 1795 fügten dem Handel und dem Wohlstand der Stadt allerdings starken Schaden zu. Seit 1813 ist Amsterdam Hauptstadt der Niederlande.

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