Welthafen Rotterdam

Die Hafenstadt Rotterdam liegt an der Neuen Maas im verzweigten Mündungsgebiet des Rheins und hat etwa 610 000 Einwohner. Die städtische Agglomeration, Teil der Randstad Holland, zählt mehr als eine Million Einwohner. Rotterdam ist katholischer Bischofssitz und ein bedeutendes Wissenschafts- und Handelszentrum. Es besitzt eine Universität, Akademien für bildende Künste und für Architektur, ein Konservatorium sowie zahlreiche Forschungsinstitute. Die Stadt hat bedeutende Museen, unter anderem das Schifffahrtsmuseum Prins Hendrik und das Kunstmuseum Boymans-van-Beuningen, mehrere Theater, ein Konzert- und Kongresshaus und einen zoologischen Garten.

Von überragender Bedeutung ist die Funktion als Handels- und Hafenstadt. Rotterdam ist Sitz einer Börse, von Großbanken, Versicherungsgesellschaften und Großhandelsbetrieben. Mehr als die Hälfte aller Arbeitsplätze konzentriert sich auf den Verkehrs- und Handelsbereich. Die Rotterdamer Exklave Hoek van Holland am Nieuwe Waterweg ist der Vorhafen von Rotterdam mit Fährverkehr nach Großbritannien und Norwegen. Der Stadtteil ist außerdem ein Nordseebad. Rotterdam verfügt über eine U-Bahn und einen internationalen Flughafen.

Europoort

Rotterdam ist der größte Hafen der Niederlande und seit Inbetriebnahme des Europoorts 1966 einer der bedeutendsten Seehäfen und Güterumschlagplätze der Erde.
Durch den Nieuwe Waterweg sind die Hafenanlagen mit der Nordsee verbunden. Der Hafen verfügt über ein computergesteuertes Logistikzentrum und hat Spezialterminals für Erz- und Kohleumschlag. An erster Stelle stehen der Umschlag von Erdöl, Getreide, Fettrohstoffen, Nahrungsmitteln und Tabak. Pipelines führen nach Amsterdam, Antwerpen und in das Rhein-Main-Gebiet. Die meisten Hafenbecken liegen am linken Ufer der Neuen Maas, wobei die stadtnäheren vor allem dem Stückgut- und Containerumschlag dienen (Bild 3), während im eigentlichen Europoort vorwiegend Massengüter umgeschlagen werden. Drei Viertel aller Umschläge entfallen somit auf den Europoort. Weithin sichtbares Wahrzeichen des Hafens ist der 185 m hohe Euromast, ein beliebter Aussichtspunkt.

Rotterdam ist das größte Erdölverarbeitungszentrum der Erde. Andere, vorwiegend hafenständige Industriezweige sind Stahl- und Maschinenbau, Fahrzeugbau, Papierverarbeitung, Dünge- und Waschmittelindustrie, elektrotechnische, Textil-, Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie der stark rückläufige Schiffbau. Die Stadt ist durch ein dichtes Verkehrsnetz von Autobahnen, Eisenbahnlinien und Binnenschifffahrtswegen mit dem Hinterland verbunden.

Stadtbild und Geschichte


Die 1283 erstmals erwähnte Siedlung Rotterdam erhielt 1340 Stadtrechte. Die Stadt erlebte erst im 17. Jh. einen großen wirtschaftlichen Aufschwung als Handelsplatz. Durch die allmähliche Versandung des Hafens kam der Schiffsverkehr bis zum Beginn des 19. Jh. fast völlig zum Erliegen. Erst der 1866–1872 angelegte schleusenlose Nieuwe Waterweg verhalf Rotterdam zu neuer Blüte. Die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg stark zerstört.
Von den historischen Baudenkmälern wurden die gotische Sint-Laurenskerk, die Sint-Rosaliakerk (18. Jh.) und das Schielandshuis (1662–1665), in dem sich das Historische Museum befindet, wieder hergestellt. 1953 entstand das Mahnmal für die zerstörte Stadt von OSSIP ZADKINE. Rotterdam ist reich an Zeugnissen außergewöhnlicher Architektur. Eine Sehenswürdigkeit sind die Kubushäuser im alten Hafen; eine der Wohnungen kann besichtigt werden. Seit 1996 führt die weiße Erasmusbrücke über die Maas.

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