Pflanzen zeigen an

Pflanzen können bestimmte Bodenqualitäten anzeigen

Pflanzen finden an ihrem Standort nicht immer günstigste Bedingungen für ihr Wachstum vor. Die meisten Pflanzen entwickeln sich aber nur dann sehr gut, wenn sie beispielsweise ein optimales Nährstoffangebot (nicht maximales) haben. Andererseits sind viele Pflanzen jedoch in der Lage, sich in einem bestimmten Maß an ihre jeweilige Umgebung anzupassen. Sie stellen durch ihre Gestalt oder ihre Lebensweise die Nährstoffaufnahme auf die jeweiligen Gegebenheiten in ihrer Umgebung ein. Es gibt aber auch Pflanzen mit einem sehr hohen Bedarf an bestimmten Nährstoffen. Solche Pflanzen wachsen dann nur auf den Böden, die ihnen diese Nährstoffe in den benötigten Mengen auch zur Verfügung stellen können.
Ist der spezielle Nährstoffbedarf solcher Pflanzen bekannt, kann man Rückschlüsse auf die Bodenqualität am Standort der Pflanzen ziehen. Man spricht deshalb von Zeigerpflanzen.

Zeigerpflanzen signalisieren das Vorkommen bestimmter Stoffe z. B. durch besonders gutes oder schlechtes Wachstum oder durch die Farbe der Blüten:

Ein Beispiel für Zeigerpflanzen ist die Brennnessel. Brennnesseln wachsen gut auf Böden mit sehr hohem Stickstoffgehalt. An solchen Standorten unterdrücken sie mit ihrem sehr dichten Bestand häufig alle andere Vegetation.

Eine etwas ausgefallenere Zeigerpflanze ist die Hortensie. Mit der Farbe ihrer Blüten zeigt sie die An- bzw. Abwesenheit löslicher Aluminiumsalze im Boden an: Die Blüten dieser Pflanze sind blau gefärbt, wenn im Boden ausreichend lösliche Aluminiumsalze vorhanden sind. Nimmt die Aluminiummenge im Boden allerdings über die Jahre hinweg langsam ab, dann verändert sich die Blütenfarbe langsam von blau nach rosa. Insofern kann von der Farbe der Hortensienblüten auf den Aluminiumgehalt des Bodens geschlossen werden. Umgekehrt kann man mit Gaben aluminiumhaltigen Düngers die Farbe der Blüten verändern.

Die Leguminosen sind in der Lage, Stickstoff aus der Luft aufzunehmen. Sie können deshalb auf stickstoffarmen Böden wachsen und haben dort nur wenige Konkurrenten. Das Vorhandensein von Leguminosen zeigt deshalb stickstoffarme Böden bzw. Standorte an.
Zu den Leguminosen gehören u. a. der Klee, die Lupinen, aber auch die Erbsen und Bohnen.

Sukkulenten (Kakteen) können aufgrund ihrer Fähigkeit, große Mengen Wasser zu speichern und sich gegen hohe Verdunstung zu schützen, lange Zeiten ohne Wasseraufnahme überleben. Sie zeigen deshalb trockene Standorte an.

Schilf dagegen kann nur im Wasser stehend wachsen, zeigt also nasse Standorte mit hohem Grundwasserspiegel an.

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