Direkt zum Inhalt

Pfadnavigation

  1. Startseite
  2. Geografie
  3. 7 Regionen
  4. 7.1 Die Erdteile und ihre Länder
  5. 7.1.4 Afrika
  6. Präsidialrepublik Nigeria

Präsidialrepublik Nigeria

Der westafrikanische Staat am Niger ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Es besteht vorwiegend aus weiten Hochebenen und Plateaus und liegt vollständig in den wechselfeuchten Tropen. Die vorherrschende Vegetation sind deshalb Savannen.
Nigeria ist ein Vielvölkerstaat. Soziale und religiöse Konflikte zwischen den Völkern haben das Land seit Erringung der Unabhängigkeit 1960 nicht zur Ruhe kommen lassen.
Nigeria besitzt reiche Ölvorkommen. Der Verfall der Ölpreise und die Abhängigkeit vom Erdölexport haben das Entwicklungsland in eine anhaltende tiefe Wirtschaftskrise gestürzt.

Schule wird easy mit KI-Tutor Kim und Duden Learnattack

  • Kim hat in Deutsch, Mathe, Englisch und 6 weiteren Schulfächern immer eine von Lehrkräften geprüfte Erklärung, Video oder Übung parat.
  • 24/7 auf Learnattack.de und WhatsApp mit Bildupload und Sprachnachrichten verfügbar. Ideal, um bei den Hausaufgaben und beim Lernen von Fremdsprachen zu unterstützen.
  • Viel günstiger als andere Nachhilfe und schützt deine Daten.
Jetzt 30 Tage risikofrei testen
Your browser does not support the video tag.

Nigeria liegt nördlich vom Äquator in Westafrika an der Küste des Golfs von Guinea. Im Westen grenzt das Land an Benin, im Norden an Niger und Tschad und im Osten an Kamerun (Bild 1).
Nigeria besitzt knapp die dreifache Größe Deutschlands.
Die Landeshauptstadt ist seit 1991 Abuja, die in dieser Funktion Lagos ablöste.

Wichtige Daten zum Land
 

Fläche:923 768 km²
Einwohnerzahl:124 Millionen (1999)
Bevölkerungsdichte:117 Einw./ km²
Bevölkerungswachstum:2, 9 %/Jahr
Lebenserwartung:
(Männer/Frauen)

49/52 Jahre
Staatsform:Präsidiale Bundesrepublik mit 30 Bundesstaaten
Bevölkerungsgruppen:Afrikanische Völker der Haussa 21 %,
Yoruba 21 %, Ibo 18 %, Fulani 11 %, Ibibo 6 % und weitere mehrere Hundert Völker und Volksgruppen
Sprachen:Englisch als Amtssprache und zahlreiche Stammessprachen
Religionen:Muslime (45 %), Katholiken und Protestanten 38 %, andere christliche Religionsgemeinschaften 11 %, Naturreligionen
Klima:Tropisches Wechselklima mit nach Norden hin abnehmenden Niederschlägen und längerer Trockenzeit. Durchschnittstemperaturen in Lagos ganzjährig um 27 °C.
Bodennutzung:Ackerland 33,4 %, Wald 15,4 %,
Weideland 23 %
Hauptexportgüter:Erdöl, Erdgas, Mineralölprodukte, Kakao, Kautschuk, Palmöl
Bruttoinlandsprodukt:92 Mrd. US-$ (1998)
Wirtschaftssektoren:
(Anteil am BIP 1997)
Landwirtschaft 34 %, Industrie 43 %, Dienstleistung 23 %
Bruttosozialprodukt:300 US-$/Einw. (1998)


Naturraum

Nigeria erstreckt sich über mehr als 1000 km vom Golf von Guinea bis zum Tschadbecken im Norden. Bis auf das schmale Küstengebiet wird der Naturraum in Nigeria von Hochländern geprägt, die sich über mehrere Klima- und Vegetationszonen erstrecken.

Oberflächengestalt

Die an Lagunen und Sümpfen reiche Küstentiefebene erweitert sich am weit gefächerten Nigerdelta zu einem mehr als 100 km breiten Sumpfgebiet. Das Sumpfgebiet reicht fast 200 km ins Land hinein. Landeinwärts geht das Tiefland in sanft gewellte Hügelländer über, die selten 500 m Höhe übersteigen. Die Hügelländer erstrecken sich bis zu den beiden breiten und tiefen Senken etwa in der Mitte des Landes. Sie werden vom Niger und seinem Nebenfluss Benue, den beiden größten Flüssen Nigerias, durchflossen. Nördlich der Flusstäler von Niger und Benue beginnt die zentrale Plateaulandschaft mit durchschnittlich 1200 m Höhenlage.
Die Plateaus haben den Charakter weiter Hochebenen. Über diese Hochebenen ragen noch erloschene Vulkane und einzelne Inselberge bis knapp 2000 m Höhe auf. Weiter zu den nördlichen Landesgrenzen hin fallen die Plateaus zu weiten Ebenen ab, im Norwesten Richtung Niger zur Ebene von Sokoto, im Nordosten Richtung Tschad zur Schwemmebene des Tschadsees.
Der Tschadsee, der allerdings nur zu einem geringen Teil zu Nigeria gehört, ist ein abflussloser, inselreicher See, der im gleichnamigen Becken Zentralafrikas liegt. Die Fläche des flachen, nur 3 bis 7 m tiefen Sees variiert je nach den Niederschlagsverhältnissen zwischen 12000 und 26000 km².

Klima

Nigeria liegt vollständig in den Tropen und besitzt tropisches Wechselklima, das vom Wechsel einer längeren Regenzeit im Sommer mit einer kürzeren Trockenzeit im Winter bestimmt wird.
Dauer und Intensität der Regenzeit verringern sich jedoch nach Norden hin. Während in den Küstengebieten von April bis November bis zu 3000 mm Niederschlag fallen, sind es in der wesentlich kürzeren Regenzeit in den Ebenen des Nordens höchstens noch 700 mm.
Außerdem weht im Norden während der Trockenzeit der Harmattan. Dieser heiße, stauberfüllte Wind aus den Weiten der Sahara dörrt das Land völlig aus.
Die Mitteltemperaturen schwanken in der Küstenregion im Jahresverlauf nur gering zwischen 26 und 29 °C, in den nördlichen Landesteilen allerdings zwischen 23 °C im Winter und 33 °C im Sommer deutlich stärker.

  • Nigeria

Vegetation

Der flache, feuchtwarme Küstensaum wird von Mangrovenwäldern begleitet. Landeinwärts gehen diese in ausgedehnte Sümpfe und tropische Regenwälder über. Die hier von Natur aus wachsenden tropischen Edelhölzer, wie Mahagoni, Teak oder Abura, sind lange abgeholzt. Auch die Regenwälder selbst wurden großflächig durch Palmenpflanzungen ersetzt.
Weiter nordwärts folgen Savannen, zunächst die ausgedehnten Feuchtsavannen mit Schirmakazien und Galeriewäldern in den Flussniederungen von Niger und Benue.
Mit den abnehmenden Niederschlägen wandelt sich das Bild zur Trockensavanne und in der Ebene am Tschadsee, die schon zur Sahelzone gehört, zur Dornstrauchsavanne.

Bevölkerungszusammensetzung

Im bevölkerungsreichen Vielvölkerstaat Nigeria leben über 400 Völker und Volksgruppen mit zumeist eigenen Sprachen und verschiedenen Religionen zusammen.
Die bunte Mischung unterschiedlichster Völker und Kulturen in einem Staat ist das Ergebnis der kolonialen Grenzziehung. Diese hat seit der Unabhängigkeit des Landes im „afrikanischen Jahr 1960“ z. T. zu erheblichen politischen und religiösen Spannungen zwischen den Völkern geführt.
Zwischen 1967 bis 1970 entluden sich solche Spannungen in einem Bürgerkrieg, der schätzungsweise 2 Mio. Menschenleben forderte. Die meisten Opfer waren verhungerte Kinder.

Bevölkerungsverteilung

Mit deutlich mehr als 100 Einw./km² ist Nigeria ein relativ dicht besiedeltes Land.
Der Siedlungsschwerpunkt ist die Region um Lagos im Südwesten des Landes, in der auch die größten nigerianischen Städte liegen.
Fast die Hälfte aller Nigerianer lebt mittlerweile in den Städten. Die wachsende Verstädterung ist das Ergebnis anhaltender Landflucht vor allem jüngerer Nigerianer, die durch das hohe Bevölkerungswachstum auf dem Land keinen „Platz“ mehr finden. Sie erhoffen in den Städten Arbeit und Wohlstand, verstärken aber meist nur das Heer der Arbeitslosen.
Deshalb wuchern um die nigerianischen Städte auch die Armutsviertel, in denen Millionen Menschen vegetieren.

Bevölkerungsentwicklung

Das rasche Wachstum der Bevölkerung des Landes betrug Ende der 90er Jahre konstant 2,9 % im Jahr. Deshalb ist die Bevölkerung Nigerias relativ jung. Etwa die Hälfte ist trotz hoher Kindersterblichkeit jünger als 14 Jahren. Da das Land unter zunehmender Armut leidet, ist in den letzten Jahren trotz bestehender Schulpflicht der Anteil der Analphabeten wieder von 50 auf 70 % angestiegen.

Wirtschaft

Das Entwicklungsland Nigeria erlebte Dank seiner reichen Erdölvorkommen seit den 70er Jahren einen hoffnungsvollen raschen wirtschaftlichen Aufschwung.
Durch den weltweiten Verfall der Ölpreise in den 80er Jahren und die Abhängigkeit vom Erdölexport wurde das Land allerdings in eine wirtschaftliche Dauerkrise gerissen. Die Krise findet ihren Ausdruck in riesiger Auslandsverschuldung, hohen Inflationsraten und der Verarmung der Bevölkerung und hat auch sehr zur Destabilisierung der politischen Situation beigetragen.

Landwirtschaft

Obwohl etwa 60 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig sind, beträgt ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt nur etwa ein Drittel. Die Landwirtschaft Nigerias dient heute vorwiegend der Selbstversorgung und ist kaum noch in der Lage, den Nahrungsmittelbedarf der wachsenden Bevölkerung zu decken. Als Folge dieser Entwicklung verlor Nigeria seine ehemalige Rolle als wichtiger Nahrungsmittelexporteur. Für den Export sind nur noch Kautschuk und Kakao von Bedeutung.
Landwirtschaft kann auf etwa einem Drittel der Landesfläche betrieben werden. Mitte der 90er Jahre wurden davon etwa 3 % für den Ackerbau und der Rest als Viehweiden genutzt.
Viehzucht wird vor allem von Nomaden in den Savannen des Nordens betrieben.

Industrie

In der Industrie Nigerias besitzt die Förderung und Aufbereitung von Erdöl, in den letzten Jahren auch von Erdgas, überragende Bedeutung.
Seit Beginn der Ölförderung 1958 schaffte Nigeria innerhalb von nur zwei Jahrzehnten den Sprung unter die führenden Ölnationen. Trotz Preisverfall erwirtschaftete Nigeria Mitte der 90er Jahre mit dem Export von Rohöl immer noch mehr als 90 % seiner Exporterlöse.
Das ebenfalls reichlich vorhandene Erdgas wird neuerdings kaum noch abgefackelt, sondern als Flüssiggas exportiert oder zur Stromerzeugung im Inland genutzt.
Daneben verfügt Nigeria über eine Reihe weiterer Industriebereiche, beispielsweise die Erdöl verarbeitende Industrie, die Nahrungsmittelindustrie, die Erzeugung von Stahl, Zement und Düngemitteln sowie die Schuh- und Textilindustrie. Die Mehrzahl der Betriebe ist im Ballungsraum Lagos konzentriert.
Seine weiteren Bodenschätze (Bild 6) nutzt das Land bisher in geringem Maße.

Aus der Geschichte

Ab 700: Haussa-Stämme wandern in den Norden Nigerias ein (Ackerbauern) und wenden sich später dem Islam zu.

Ab 1300: Von Westen her wandern Fulani (Großviehnomaden) ein.

Ab 15. Jh.: Entwicklung von Handelsbeziehungen der Küstenstämme mit portugiesischen Händlern und Beginn des Sklavenhandels.

1841: Entstehung christlicher Missionen an der Küste und christliche Missionierung des Volks der Ibo.

1861: Lagos wird britische Kronkolonie. Bis zur Jahrhundertwende werden auch die Völker der Joruba (1886), der Ibo (1898) und der Fulbe und Haussa (1903) unterworfen.

1914: Zusammenschluss der Kolonien Süd- und Nordnigeria zur britischen Kolonie Nigeria.

1960: Jahr der Erringung der staatlichen Unabhängigkeit.

1960–1966: Die Jahre sind von Krisen, Unruhen, Militärputschen und Stammesauseinandesetzungen geprägt.

1967–1970: Die Ostregion (Ibos) erklärt sich zur „Republik von Biafra“, die nach zweieinhalb Jahren von den Truppen der Zentralregierung zurückerobert wird. Hungersnöte bedrohen danach vor allem die Völker der Ibos.

1979: Seit langem übernimmt wieder eine gewählte Regierung die Regierungsgeschäfte, wird aber erneut vom Militär gestürzt.

Das Land ist bis heute nicht zur Ruhe gekommen. Eine Ursache ist zweifellos, dass Wirtschaft und Politik stark von ausländischen Konzernen, insbesondere den Ölmultis beeinflusst werden. Eine weitere Ursache sind die großen sozialen Unterschiede zwischen Arm und Reich und zwischen den Bevölkerungsgruppen, die immer wieder zu Aufständen führen und die Stabilisierung des Landes verhindern.

Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH): "Präsidialrepublik Nigeria." In: Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH). URL: http://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/geografie/artikel/praesidialrepublik-nigeria (Abgerufen: 29. January 2026, 14:16 UTC)

Suche nach passenden Schlagwörtern

  • Lagos
  • Erdölland
  • Entwicklungsland
  • Nigeria
  • tropisches Wechselklima
  • Niger
  • Savannen
  • Vielvölkerstaat
  • Tschadsee
  • tropischer Regenwald
Jetzt durchstarten

Lernblockade und Hausaufgabenstress?

Entspannt durch die Schule mit KI-Tutor Kim und Duden Learnattack.

  • Kim hat in Deutsch, Mathe, Englisch und 6 weiteren Schulfächern immer eine von Lehrkräften geprüfte Erklärung, Video oder Übung parat.
  • 24/7 auf Learnattack.de und WhatsApp mit Bildupload und Sprachnachrichten verfügbar. Ideal, um bei den Hausaufgaben und beim Lernen von Fremdsprachen zu unterstützen.
  • Viel günstiger als andere Nachhilfe und schützt deine Daten.

Verwandte Artikel

Demokratische Volksrepublik Algerien

Das im Norden Afrikas gelegene Algerien gehört zu den flächengrößten Staaten der Erde. Vier Fünftel seines Territoriums werden allerdings von Wüste eingenommen. Die trockene, vegetationslose algerische Sahara ist nur zum Teil Sandwüste (Erg). Weite Teile bestehen aus Kies- und Schotterflächen (Serir) oder sind Felswüste (Hamada). Im Norden des Landes mit Mittelmeerklima verlaufen zwei Ketten des Atlasgebirges, zwischen denen sich das Hochland der Schotts befindet.

Algerien ist zwar Entwicklungsland, verfügt aber im Verhältnis zu anderen afrikanischen und arabischen Staaten über eine entwickelte Industrie. Deren Basis sind die reichen Erdöl- und Erdgasvorkommen in der Sahara.

Republik Uganda

Uganda ist ein Binnenstaat in Ostafrika. Das Land liegt im Bereich des ostafrikanischen Hochlandes mit Höhen von 1000 bis 1500 m und wird vom Ostafrikanischen Grabensystem durchzogen. Im äußersten Südwesten liegen die tätigen Virungavulkane. Rund 44000 km², das sind fast 20 % der gesamten Landesfläche, werden von Binnengewässern in Form von großen Seen eingenommen. Das Land hat tropisches Klima, das durch die Höhenlage gemildert wird. Die vorherrschende Vegetationsform ist die Savanne, in den Gebirgen gedeihen tropische Bergwälder, der Lebensraum der Berggorillas.
Ugandas Bevölkerung ist mit über 40 verschiedenen Völkern von großer ethnischer Vielfalt. Fast die Hälfte der Bewohner gehört zu den Bantuvölkern, eine kleinere Gruppe zu den Niloten.
Aids und eine hohe Flüchtlingszahl aus den von Bürgerkriegen heimgesuchten Nachbarstaaten bereiten dem Staat große Probleme.
Rund 80 % der Bevölkerung leben von der Landwirtschaft, die der Nahrungsmittelproduktion und dem Anbau von Tee, Kaffee, Baumwolle und Tabak zum Export dient. Die Industrie ist dagegen schwach entwickelt, und Gold und Erze werden nur in geringen Mengen abgebaut.
Bis 1962 war Uganda britische Kolonie. Seither ist das Land selbstständig und seit 1963 Republik.

Republik Äthiopien

Äthiopien ist ein Binnenstaat in Nordostafrika. Es ist das höchstgelegene Land Afrikas. Äthiopien teilt sich in drei Großlandschaften: das Äthiopische Hochland und das Somaliahochland, die durch den Äthiopischen Graben getrennt werden. In der Grabenzone gibt es aktive Vulkane und eine Reihe abflussloser Seen. In den Hochländern fließen wasserreiche Flüsse durch tief eingeschnittene Täler. Äthiopien liegt im tropischen Klimabereich mit hohen Niederschlagsmengen, die jedoch durch die großen Höhendifferenzen des Landes stark variieren. Die Vegetation ist den Niederschlagsmengen angepasst. Sie reicht von Dorn- und Trockensavanne über immergrünen Feuchtwald bis zu Regenwald. In großen Höhen findet sich Höhengrasland. In Äthiopien leben über 80 verschiedene Bevölkerungsgruppen, die verschiedenen Sprachgruppen angehören. Äthiopien ist christlich geprägt, denn das Christentum ist seit dem Jahr 350 Staatsreligion.
Die Wirtschaft des Landes ist durch zahlreiche Bürgerkriege und den 1998 ausgebrochenen Krieg mit Eritrea zerrüttet. Wichtigster Sektor ist die Landwirtschaft. Durch Dürren verursachte Ernteausfälle haben jedoch häufig zu Hungersnöten geführt. Für den Export wird vor allem Kaffee angebaut. Bodenschätze sind wenig erschlossen, und die Industrie hat nur eine geringe Bedeutung. Der Tourismus ist durch die Kriege zum Erliegen gekommen. Äthiopien gehört heute zu den ärmsten Nationen der Welt. Durch die Anerkennung seiner Unabhängigkeit 1896 blieb Äthiopien als einzigem afrikanischen Land die Kolonialisierung erspart. Bis 1974 war es ein Kaiserreich.

Die Wüste Sahara

Mit rund 9 Mio. km² ist die Sahara die größte Wüste der Erde. Sie liegt in Nordafrika und erstreckt sich vom Atlantik über mehr als 6000 km zum Roten Meer im Osten. Vom Mittelmeer und dem Atlas reicht sie von Norden nach Süden über 2000 km mit der Übergangszone Sahel bis zum Sudan. Die Sahara ist ein Tafelland mit Becken und Senken. Im Inneren erheben sich Gebirgsmassive. Nach Süden schließen sich Bergländer bis 1800 m Höhe an. Geröll- und Kieswüsten bestimmen weitgehend das Landschaftsbild. Nur rund 10 % sind Sandwüsten mit aufgewehten Dünen.

Das Klima ist extrem trocken und sehr heiß mit großen tageszeitlichen Temperaturschwankungen. Einziger ständig Wasser führender Fluss ist der Nil. Die Sahara hat keinen oder nur spärlichen Pflanzenwuchs. Von den etwa 5 Mio. Bewohnern der Sahara sind etwa 60 % sesshafte Oasenbauern, Nomaden oder Halbnomaden. Den größten Bevölkerungsanteil haben die Araber, Berber und Tuareg. Schon Karthager, Griechen und Römer drangen von der Mittelmeerküste aus in die Sahara vor. Die letzten unerforschten Gebiete wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg erkundet.

Der Kontinent Europa im Überblick

Bezogen auf die Fläche ist Europa nach Australien der kleinste Kontinent, bezogen auf die Einwohnerzahl ordnet es sich nach Asien und Afrika ein. Europa bildet mit Asien die Landmasse Eurasien, deren westliche, stark gegliederte Halbinsel es darstellt. Seine kulturell und historisch selbstständige Entwicklung rechtfertigt jedoch seine Ausgliederung als eigener Erdteil.

Die starke Gliederung Europas drückt sich in seinen großen Halbinseln (Skandinavische, Iberische, Apenninen- und Balkanhalbinsel) und Inseln (Britische Inseln, Irland, Sardinien, Sizilien) aus. Große Teile Europas werden von Tiefländern eingenommen, die sich vor allem zwischen dem Skandinavischen Gebirge im Norden, dem Ural im Osten und dem Mittelgebirgsland im Süden erstrecken. Große Teile davon wurden eiszeitlich überformt. Das Mittelgebirgsland mit seinen Mittelgebirgen, Becken und Gräben wird im Süden von jungen Hochgebirgen der alpidischen Faltung und darin eingeschlossener Becken begrenzt. In den Alpen liegt mit dem Montblanc die höchste Erhebung des Kontinents.

Klimatisch liegt Europa im Bereich der gemäßigten Breiten. Es steht unter dem Einfluss der atlantischen Westwinde.

Europa ist dicht besiedelt; der Lebensstandard der Bevölkerung ist insgesamt hoch, aber sehr differenziert. Neben Nordamerika und Ostasien gehört Westeuropa mit einer leistungsfähigen Landwirtschaft und Industrie, einem hoch spezialisierten Dienstleistungssektor und einer gut ausgebauten Verkehrsinfrastruktur zu den wichtigsten Wirtschaftsräumen der Erde. Vor allem die sich erweiternde EU fördert die wirtschaftliche und politische Entwicklung.

Ein Angebot von

Footer

  • Impressum
  • Sicherheit & Datenschutz
  • AGB
© Duden Learnattack GmbH, 2026