HEINRICH II., der Heilige

HEINRICH II., der Heilige wurde am 6.5. 973 in Bad Abbach geboren, er starb am 13.7. 1024 in der Pfalz Grone. Er war der Sohn von Herzog von Bayern HEINRICH II., dem Zänker (951–995), Urenkel von HEINRICH I.; letzter Liudolfinger (Ottone, bayerische Linie). Als Verwandter des Kaiserhauses wurde er 1002 gegen Markgraf EKKEHARD I. von Meißen und Herzog HERMANN II. von Schwaben als Nachfolger Kaiser OTTOs III. zum König gewählt. In Italien verweigerte ihm der von den dortigen Großen zum König ausgerufene Markgraf ARDUIN von Ivrea die Anerkennung.

1. Italienzug

Auf seinem ersten Italienzug stellte HEINRICH in Italien die erschütterte deutsche Herrschaft durch ARDUINs Niederwerfung wieder her und ließ sich 1004 in Pavia selbst zum König Italiens krönen. Herzog BOLESLAW I. CHROBRY von Polen (König seit 1025), der HEINRICH ebenfalls nicht anerkannte, musste ihm nach drei wechselvollen Feldzügen (1002–18) huldigen. Den mit ihm verbündeten Markgrafen HEINRICH von Schweinfurt besiegte HEINRICH ebenfalls. Das entstandene Machtvakuum im östlichen Franken füllte er durch die Belehnung seines Schwagers HEINRICH von Luxemburg mit Bayern sowie durch die Gründung des Bistums Bamberg (1007).

Kirchenschenkungen und 2. Italienzug

Mit seinen Schenkungen an Bistümer sowie der Förderung der Gorzer Klosterreform führte HEINRICH das Reichskirchensystem seinem Höhepunkt zu, wobei die königliche Gewalt gleichzeitig gestärkt wurde. Im Westen behauptete sich HEINRICH zunächst in Auseinandersetzungen mit den Grafen von Flandern. Durch Erbvertrag (1006) mit König RUDOLF III. von Burgund sicherte er sich die Anwartschaft auf Burgund (1016 Lehnsauftrag durch RUDOLF). 1013 zog HEINRICH erneut gegen ARDUIN nach Italien. In Rom entschied er sich in der Frage der Nachfolge von Papst SERGIUS IV. für BENEDIKT VIII. aus dem Haus Tusculum, der am 14.2. 1014 die Kaiserkrönung an HEINRICH und seiner Frau KUNIGUNDE vollzog. Nach der Neuordnung der italienischen Bistümer und Klöster kehrte HEINRICH nach Deutschland zurück.

3. Italienzug

1020 suchte ihn Papst BENEDIKT in Bamberg auf, um seine Hilfe in Unteritalien zu gewinnen. HEINRICH setzte dort mit seinem dritten Italienzug 1021/22 die Oberhoheit des Reiches durch. HEINRICH, der kinderlos starb, wurde in Bamberg beigesetzt (Bild 2). 1146 wurde er heiliggesprochen (Tag: 13.7.).

HEINRICH II. (973/978–1024) – Statue am Bamberger Dom

Heinrich als Stifter

HEINRICH wurde seit dem 11.Jahrhundert dargestellt als Kaiser mit Krone, Zepter und Reichsapfel, auch als Stifter (Antependium aus dem Baseler Münster, um 1020, Paris, Musée de Cluny; Bamberger Dom, Gnadenpforte, um 1220); seit dem 13.Jahrhundert auch als Heiliger (Bamberger Dom, Adamspforte, vor 1237). Sein Attribut ist ein Kirchenmodell (Kreuzigungsaltar von B.Bruyn dem Älteren, um 1515–20, München, Alte Pinakothek; Skulpturen von H.Leinberger in der ehemaligen Benediktinerklosterkirche in Moosburg, 1511–14, und von I.Günther in der ehemaligen Benediktinerklosterkirche in Rott am Inn, 1762).
Ein Zyklus mit Szenen aus der Legende HEINRICHS befindet sich u.a. an seinem Grabmal im Bamberger Dom.

Grab HEINRICHS II. und seiner Frau KUNIGUNDE (Zeichnung aus dem Ende des 19. Jahrhunderts)

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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