Sakralplastik

Sakrale Plastik bezeichnet somit Werke der bildhauerischen Kunst, die in religiösen Gebäuden

  • Kirchen,
  • Moscheen,
  • Tempeln oder
  • Synagogen

aufgestellt werden und/oder mit einer religiösen Thematik verbunden sind. Das können

  • Reliefs,
  • einansichtige Plastiken,
  • mehransichtige Plastiken oder
  • allansichtige Plastiken

sein. Sie können ebenso in Nischen aufgestellt, auf Simsen postiert, als Portalplastiken präsent sein. Ebenso zählen Goldschmiedearbeiten, die plastisch gestaltet sind, dazu.

Christentum

Zentrales Thema des Christentums ist die Kreuzigung Jesu. Allein dies kann auf vielfältige Weise plastisch ausgedrückt werden. Es sind Kreuzwegsdarstellungen, es ist die eigentliche Kreuzigungsszene, es sind Grablegungsszenen und Auferstehungsszenen. Daneben gibt es weitere Christus-Darstellungen.

Einen zweiten großen Themenkreis nehmen die Mariendarstellungen ein:

  • Maria mit dem Kinde,
  • Maria als Solitär,
  • Maria mit dem toten Jesus/Pieta.

Den dritten Themenkreis stellen die Jünger- und Heiligenfiguren dar.

Buddhismus

Zentrales Thema des Buddhismus ist die Darstellung Buddhas. In der frühbuddhistischen Kunst gab es noch keine Buddhafiguren, es wurden vorwiegend buddhistische Symbole hergestellt. Mit dem Hellenismus begann man, Buddhabildnisse zu schaffen, sowohl in der Malerei als auch in der Plastik. Es entwickelte sich ein gewisser Kanon heraus, in welchen Proportionen Buddha darzustellen sei. Einige Darstellungsformen Buddhas sind:

  • Amitábha = der von unendlichem Glanz
  • Avalokitesvara = der gnädige herabblickende Herr
  • Maitreya = der Barmherzige
  • der lachende Buddha

Neben Buddha-Darstellungen gibt es auch Darstellungen weiblicher Gottheiten.
Im Buddhismus werden Reliefs (Friese) ebenso geschaffen wie Vollplastiken und Votivtafeln. Symbolhafte Darstellungen sind

  • Lotusblüte
  • Bodhi-Baum
  • Vier Edle Wahrheiten
  • Achtfacher Pfad
  • Löwe als Symbol für Buddha Shakyamuni
  • Fußabdruck als Symbol für Buddhas (Dharma)
  • Stupa als Denkmal und zugleich als ein Symbol für Buddha, (in Ostasien als Pagode bekannt)

Judentum

Im Judentum sind Darstellungen des namenlosen Gottes verboten. Das geht zurück auf die Thora: „Du sollst dir kein Bild machen", spricht der Herr. Beispiele für plastische Kunst können sein:

  • Bauplastik in Synagogen, wie Bima = Podium, Kanzel
  • Cherubim (geflügelte Wesen)
  • Mosaiken
  • liturgische Gegenstände, wie
    – Menora (= siebenarmiger Leuchter),
    – Chanukkiah (= achtarmiger Leuchter mit Dienerlicht = neun Arme)
    – Aron haKodesch (der heilige Schrein zur Aufbewahrung der Torahrollen) sowie die Thorarollen
  • Pokale/Kelche (z.B. Kos)

Islam

Der Islam verbietet die Darstellungen Allahs. Deshalb findet man in der islamischen Kunst vorwiegend florale Motive. Diese finden sich vor allem in Form des Reliefs wieder. Es gibt jedoch vereinzelt auch figurale Darstellungen innerhalb der islamischen Kunst. Da sie vorwiegend Patronatskunst war, bestimmten die Auftraggeber die Kunstinhalte: Herrscher, hohe Beamte und Militärführer. Manche Herrscher hielten sich nicht an das Bilderverbot. Deshalb finden sich z.B. bei den Samaniden auch Keramiken mit Menschen- und Tierdarstellungen.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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