Guillaume François Antoine Marquis de l'Hospital

GUILLAUME FRANÇOIS ANTOINE MARQUIS DE L'HOSPITAL (auch L'HÔPITAL) entstammte dem französischen Hochadel. Er wurde im Jahre 1661 (das genaue Geburtsdatum ist nicht bekannt) in Paris geboren. Für ihn war eine militärische Laufbahn vorgesehen und er diente in jungen Jahren in einem Kavallarieregiment. Früh zeigten sich seine außerordentlichen Fähigkeiten in Mathematik, so löste er bereits mit 15 Jahren einige der von BLAISE PASCAL (1623 bis 1662) gestellten Probleme.

Auf Grund seiner extremen Kurzsichtigkeit wurde GUILLAUME L'HOSPITAL schon recht bald aus der Armee entlassen, und er konnte sich somit voll und ganz seiner Lieblingsbeschäftigung Mathematik widmen. 1692 lernte er in Paris den Schweizer Mathematiker JOHANN BERNOULLI (1667 bis 1748) kennen, der ihm Privatunterricht erteilte und insbesondere mit dem leibnizschen „Calculus“ der Infinitesimalrechnung vertraut machte.

Offensichtlich gegen Erhalt finanzieller Zuwendung teilte JOHANN BERNOULLI dem Marquis auch seine eigenen mathematischen Entdeckungen mit. Vieles von dem ist in dem 1696 erschienenen Buch L'HOSPITALS „Analyse des infiniment petits pour l'intelligence des lignes courbes“ (Analysis der unendlich kleinen Größen), dem ersten Lehrbuch der Differenzialrechnung überhaupt, enthalten. Er fasste darin Ergebnisse von GOTTFRIED WILHELM LEIBNIZ (1646 bis 1716), JOHANN und JAKOB BERNOULLI (1654 bis 1705) zusammen.

Insbesondere ist in diesem Buch jene Regel zur Berechnung von unbestimmten Ausdrücken, d.h. von Grenzwerten der Form
lim x x 0 f ( x ) g ( x ) m i t f ( x 0 ) = g ( x 0 ) = 0 ,
die heute als Regel von (BERNOULLI-)L'HOSPITAL bekannt ist. Diese soll auf JOHANN BERNOULLI zurückgehen, was dieser nach dem Tode des Marquis auch vehement geltend machte.

Bereits im Jahre 1693 war GUILLAUME L'HOSPITAL zum Ehrenmitglied der Pariser Akademie der Wissenschaften ernannt worden. Schon bald rivalisierte er mit solchen bedeutenden Mathematiker jener Zeit wie CHRISTIAAN HUYGENS (1629 bis 1695), ISAAC NEWTON (1643 bis 1727), LEIBNIZ sowie den BERNOULLIS im Vorschlagen und Lösen mathematischer Probleme. Beispielsweise beschäftigte auch er sich auch mit dem Problem der Brachystochronen.

GUILLAUME L'HOSPITAL verstarb am 2. Febraur 1704 in Paris.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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