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  6. Musik in der Französischen Revolution

Musik in der Französischen Revolution

Die Musik der Französischen Revolution zwischen 1789 und 1794 ist gekennzeichnet durch die Funktion, die Maxime „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ musikalisch zu verwirklichen. Insbesondere die Gattungen

  • Lied,
  • Marsch sowie
  • die Massen- und Revolutionshymnen

erwiesen sich dafür als besonders geeignet und wurden von den der Revolution verbundenen Komponisten bevorzugt bedient.

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Die Musik der Französischen Revolution zwischen 1789 und 1794 ist gekennzeichnet durch den Aufbruch der Massen. Das städtische volkstümliche Lied avancierte in diesem Zeitraum zu einem wichtigen Bestandteil der Musikkultur. Es etablierten sich Gattungen wie

  • das populäre Lied,
  • die Massen- und Revolutionshymne und
  • der Marsch,

die explizit für die Aufführung im Freien und auf der Straße komponiert wurden. Hier war das Publikum nicht bloß zugelassen wie bei manchen höfischen Festen, vielmehr wurde bei den Revolutionsfesten und patriotischen Anlässen die musikalische Aktivität des Volkes als politischer Ausdruck der Nation ausdrücklich gefordert. So entstand in kürzester Zeit besonders in Paris ein Massenaufgebot an Blaskapellen und Chören mit Laien für die großen Feste unter tatkräftiger Mitwirkung vieler von der Revolution begeisterter Berufsmusiker. Zentrum musikalischer Ausbildung wurde das Pariser Conservatoire, das aus der Verschmelzung

  • der École Royale du chant mit
  • dem Institut National de Musique hervorging.

Musikalisch waren vor allem der stark vereinfachte Satz, die Einbeziehung weltlicher Musikelemente und die Ausführung durch massenhafte Besetzungen charakteristisch. Dies galt auch für die Oper, deren Texte und Sujets ab 1791/1792 „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, aber auch das „Höchste Wesen“ oder die Natur, verherrlichten.

Wichtige Komponisten in der französischen Revolution

CHARLES SIMON CATEL
* 10.06.1773 Laigle (Orne)
† 29.1.1830 Paris

  • war ein französischer Komponist und Schüler von FRANÇOIS-JOSEPH GOSSEC (1734–1829). 1795 wurde er als Professor für Harmonielehre an das Conservatoire berufen, wo er 1810 zum Inspecteur ernannt wurde. CATELs musiktheoretische Traktate waren über lange Jahre maßgebend für den Unterricht am Conservatoire und prägten viele künftige Komponisten und damit die Pariser Musikkultur. Neben seiner Lehrtätigkeit schrieb CATEL Gelegenheitswerke im Namen der Revolution und komponierte Opern, die in ihrer komplexen Instrumentierung bereits auf HECTOR BERLIOZ (1803–1869) verwiesen.

MARIA LUIGI ZENOBIO CARLO SALVATORE CHERUBINI
* 14.09.1760 Florenz
† 13.3.1842 Paris

  • war ein italienischer Komponist. Nach Studien in Venedig und Mailand komponierte CHERUBINI Opern im Auftrag verschiedener Institutionen in Florenz, Mantua, Venedig und London, wo er 1786 zum Hofkomponisten ernannt wurde. 1788 zog er nach Paris und übernahm eine Inspektorenstelle am Conservatoire. Während eines Aufenthalts in Wien (1805) lernte er LUDWIG VAN BEETHOVEN (1770–1827) und JOSEPH HAYDN (1732–1809) kennen. 1806 ließ er sich in Paris nieder und lebte dort eine Weile zurückgezogen. Erst 1808 widmete er sich wieder der Komposition und verlagerte sein kompositorisches Interesse von der Oper auf kirchenmusikalische Werke, die einen immensen Erfolg hatten. 1822 wurde er schließlich Direktor des Conservatoire und bekleidete diese Stelle bis kurz vor seinem Tod.

NICOLAS-MARIE DALAYRAC (auch D’ALAYRAC)
* 08.06.1753 Muret (Haute-Garonne, getauft)
† 27.11.1809 Paris

  • war ein französischer Komponist. DALAYRAC komponierte vorrangig Opern, in denen er besonderen Wert auf die Ouvertüre als instrumentale Einleitung mit Bezug zur dramatischen Handlung legte. Als Günstling von Königin MARIE ANTOINETTE (1755–1793) und später NAPOLEON BONAPARTE (1769–1821) genoss er großes Ansehen. 1798 erhielt er eine Anstellung an der Akademie der Musik in Stockholm. 1808 wurde er zum Ritter der Ehrenlegion geschlagen.
     

FRANÇOIS-JOSEPH GOSSEC (eigentlich GOSSÉ)
* 17.01.1734 Vergnies (Hennegau)
† 16.02.1829 Passy bei Paris

  • war ein französischer Komponist. GOSSEC ging 1751 nach Paris und gründete 1760 die „Concerts des amateurs“, deren Schwerpunkt auf der Aufführung zeitgenössischer Sinfonik lag und die eine Konkurrenz zu den vorherrschenden „Concerts spirtuels“ schufen. 1773 revitalisierte er das „Concert spirituel“ gemeinsam mit den französischen Musikern PIERRE GAVINIÉS (1728–1800) und SIMON LEDUC. An der Académie Royale de musique agierte er als Chordirigent (1778) und Zweiter Direktor (1780). 1784 stieg er zum Leiter der École de chant auf. Obwohl GOSSEC alle Gattungen komponierte, rückte er vor allem als offizieller Komponist der Republik und mit seinen Revolutionsmusiken, die für patriotische Festlichkeiten komponiert wurden, ins Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit.

CHARLES FRANÇOIS GOUNOD
* 17.06.1818 St-Cloud (Haute-de-Seine)
† 18.10.1893 St-Cloud (Haute-de-Seine)

  • war ein französischer Komponist. Bevor GOUNOD 1835 seine Studien am Pariser Conservatoire aufnahm, erhielt er Privatunterricht von seiner Mutter, einer begabten Pianistin, und dem französischen Musiktheoretiker ANTON REICHA (1770–1836). 1839 wurde er mit dem Prix de Rome für seine Kantate „Fernand“ ausgezeichnet. 1847–1848 bereitete er sich in Paris auf das Priesteramt vor, entschied sich aber für eine musikalische Karriere. Dennoch fühlte er sich vorrangig der Komposition geistlicher Werke verpflichtet. 1852 wurde er Leiter am Orphéon de la Ville in Paris, einer Laienbewegung aus den unteren und mittleren Schichten, die patriotisch-freiheitliche Ideen propagierten. Mit seiner Oper „Faust“ (1859) begründete er den Typus der lyrischen Oper, in der literarische Vorlagen, vorzugsweise Goethe- und Shakespearestoffe, vertont wurden. Aufgrund des Krieges 1870–1871 zog er nach London und blieb dort bis 1874.
  • Der französische Komponist CHARLES FRANÇOIS GOUNOD (1818–1893)

    Yorck

ANDRÉ-ERNEST-MODESTE GRÉTRY
* 11.2.1741 Lüttich
† 24.09.1813 bei Paris

  • war ein französischer Komponist wallonischer Herkunft. Er erhielt 1760–1766 ein Stipendium der Stiftung Darchis für einen Studienaufenthalt in Rom; ab 1767 lebte er in Paris und schrieb verschiedene Operntypen, die zunächst erfolglos blieben. Erst die Oper „Le Huron“ (1768) und die Folgewerke „Lucile“ (1769) sowie die Comédie-ballet „Le tableau parlant“ (1769) bescherten ihm großen Erfolg und eine königliche Leibrente. Obwohl GRÉTRY einige Misserfolge hinnehmen musste, war er bei den Schriftstellern DENIS DIDEROT (1713–1784) und JEAN-JACQUES ROUSSEAU (1712–1778) hoch angesehen, galt er doch als Prototyp des einfachen und natürlichen Künstlers. In den 1790er-Jahren widmete er sich verstärkt seinen literarischen Ambitionen.

RODOLPHE KREUTZER
* 16.11.1766 Versailles
† 06.01.1831 Genf

  • war ein französischer Violinist und Komponist. KREUTZER studierte Komposition bei ANTON STAMITZ (1750–1796); mit 13 Jahren hatte er seinen ersten öffentlichen Auftritt, mit 16 Jahren wurde er an der Chapelle Royale als Violinist engagiert, wo er 1815–1827 auch als Kapellmeister tätig war. 1795–1825 lehrte er am Pariser Conservatoire und etablierte seine Etüden in den Kanon des Violinunterrichts. Als herausragender Virtuose war er über Landesgrenzen hinweg bekannt und unternahm viele Konzertreisen. Auf einer Reise nach Wien lernte er LUDWIG VAN BEETHOVEN (1770–1827) kennen, der ihm die berühmte „Kreutzer-Sonate“ (1805) widmete.

JEAN-FRANÇOIS LE SUEUR
* 15.02.1760 Drucat-Plessiel bei Abbeville
† 06.10.1837 Paris

  • war ein französischer Komponist. LE SUEUR hatte Kantorenstellen in Dijon, Sées, Le Mans und Tours inne. 1786–1787 wirkte er als Kapellmeister an der Notre-Dame in Paris; ab 1788 komponierte er für einen privaten Mäzen und lebte bis 1795 sehr zurückgezogen. 1795–1802 bekleidete er das Amt des Inspecteurs am Pariser Conservatoire. Danach wurde er Hofkapellmeister bei NAPOLEON BONAPARTE (1769–1821).1816 erhielt er wiederum eine Professur für Kompositionslehre am Conservatoire und unterrichtete unter anderem HECTOR BERLIOZ (1803–1869) und CHARLES GOUNOD (1818–1893).

ÉTIENNE NICOLAS MÉHUL
* 22.06.1763 Givet (Ardennen)
† 18.10.1817 Paris

  • war ein französischer Komponist. Seine erste Oper „Alonzo et Cora“ (Uraufführung 1791) wurde ein Misserfolg, dennoch blieb MÉHUL bei der Komposition von Bühnenwerken. 1795 wurde er Mitglied der Académie Royale de musique und erhielt eine Inspektorenstelle am Conservatoire. Kurz darauf kam auch der Durchbruch mit seinen Opern „Le jeune Henri“ und „Joseph“. Diese Werke erreichten allerdings niemals den Erfolg, den MÉHUL mit seiner Revolutionshymne „Chant du départ“ – die auch als „zweite Marseillaise“ galt – hatte und bei keinem öffentlichen Anlass fehlen durfte.

CLAUDE-JOSEPH ROUGET DE LISLE
(eigentlich nur ROUGET oder ROUGET D’L’ISLE)
* 10.05.1760 Lons-le–Saunier
† 26. (oder 27.) 06.1836 Choisy-le-Roy

  • war ein französischer Offizier, der als Komponist der „Marseillaise“ in die Geschichte eingegangen ist. ROUGET DE LISLE komponierte die „Marseillaise“ während des Ersten Koalitionskrieges 1792 und gab seinem Lied den Titel „Chant de guerre pour l’armée du Rhin“. Mit dem Einzug der Freiwilligen aus Marseille in Paris (Juli 1792) erhielt der Revolutionsgesang seine heutige Bezeichnung. 1795 wurde die „Marseillaise“ zur Nationalhymne Frankreichs.

CHARLES LOUIS AMBROISE THOMAS
* 05.08.1811 Metz
† 12.02.1896 Paris

  • war ein französischer Komponist. Nach einem Studium am Pariser Conservatoire erhielt er 1832 den Prix de Rome für seine Kantate „Hermann et Ketty“. 1836 spielte er als Violinist am Théâtre de Vaudeville; 1851 wurde er Mitglied und Lehrer der Académie des Beaux Arts und leitete diese ab 1871 bis zu seinem Tod. Mit seinen Opern „Mignon“ und „Hamlet“ gehört er zu den Vertretern der lyrischen Oper, in der Goethe- und Shakespearestücke adaptiert wurden, und die von CHARLES GOUNOD (1818–1893) begründet wurde.
     

GIOVANNI BATTISTA VIOTTI
* 12.05.1755 Fontanetto da Po (Provinz Vercelli)
† 03.03.1824 London

  • war ein italienischer Violinist und Komponist. VIOTTI gilt neben RODOLPHE KREUTZER (1766–1831) als bedeutendster Virtuose seiner Zeit. Konzertreisen führten ihn durch ganz Europa, bevor er sich am Hof von Königin MARIE ANTOINETTE (1755–1793) in Paris niederließ. Die Revolutionswirren veranlassten ihn 1792 dazu, nach London zu gehen, wo er große Erfolge feierte und Konzertmeister am King’s Theatre wurde. 1798–1801 floh er unter dem Verdacht, ein Agent der französischen Revolution zu sein, nach Schönfeld bei Hamburg. 1819 ging er nach Paris zurück und übernahm die Direktion der Opéra und des Théâtre Italien. 1823 zog er sich aus dem öffentlichen Leben zurück und starb 1824 in London.
Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH): "Musik in der Französischen Revolution." In: Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH). URL: http://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/musik/artikel/musik-der-franzoesischen-revolution (Abgerufen: 20. May 2025, 07:54 UTC)

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Art Rock – auch als Classic Rock, Culture Rock oder Symphonic Rock bezeichnet – war eine in der ersten Hälfte der 1970er-Jahre vor allem in Großbritannien verbreitete Spielart der Rockmusik, in der ein Kunstverständnis durchzusetzen versucht wurde, das an den Normen des bürgerlichen Kunstwerkbegriffs aus dem 19. Jh. orientiert war.

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Die Sonate ist eine besonders vielgestaltige, bis an die Schwelle der Gegenwart lebendige instrumentale Gattung. Sie entstand aus Ansätzen seit etwa den 1580er-Jahren nach 1600 mit der Herausbildung von Generalbass und konzertierendem Stil. Die Bezeichnung „Sonaten“ meint zunächst nicht mehr als „Klingstücke“. Sie sind Ausgangspunkt sowohl für Orchester- wie für Kammermusik. Die Sonate ist seit dem Barockstil im Absolutismus eine charakteristische Gattung der Kammermusik. Barocke Hauptform der Sonate wurde seit etwa 1680 die Triosonate. Die Sonata da chiesa („Kirchensonate“, für die Verwendung im Gottesdienst) umfasst in der Regel vier bereits standardisierte Sätze und bildete den wichtigsten Ausgangspunkt für die klassische Sonate. Diese bereitete sich um 1700 mit der Klaviersonate vor. Mit und seit der Wiener Klassik wird sie die führende Ausprägung der Gattung bis ins 20. Jh. hinein.

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Das Kammermusiklied ist eine vokal-instrumentale Gattung des 20. Jh.: solistische Männer- oder Frauenstimme mit Begleitung eines für jedes Werk anderen Instrumentalapparates. Es geht dabei um variable, kammermusikalisch (also ohne chorische Stimmverdopplungen wie beim Orchester) besetzte Ensembles bzw. Besetzungen. Wie im traditionellen Klavierlied der Wiener Klassik und der Romantik oder im nach 1830 aufkommenden Orchesterlied steht also der Solo-Gesang im Vordergrund. Er ist aber in ein weiter gefächertes Instrumentalsystem eingebunden.

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