Robert Schumann

Als Sohn eines Zwickauer Buchhändlers und Verlegers wurde ROBERT SCHUMANN am 08.06.1810 in Zwickau geboren. SCHUMANNs Interesse galt schon frühzeitig sowohl der Literatur als auch der Musik. Als er 1829 zum Jura-Studium nach Leipzig ging, nahm er bei FRIEDRICH WIECK (1785–1873), seinem späteren Schwiegervater, Unterricht in

  • Klavierspiel und
  • Komposition.

Für Jura konnte ihn auch ein Wechsel nach Heidelberg nicht begeistern. Nach dem Besuch eines Konzerts von Paganini begann er, sich ganz der Musik – vorerst dem Klavier – zu widmen. Sein Experiment, die Fingerfertigkeit durch eine Schlingenkonstruktion um den Ringfinger beim Üben zu steigern, führte zu einer Lähmung und schließlich dauerhaften Überspannung der Sehne. Deshalb musste SCHUMANN sich auf das Schreiben von und über Musik verlegen. Erste Klavierkompositionen entstanden, und 1834 gründete er die „Neue Zeitschrift für Musik“, die seinen Namen überregional bekannt machte.

Schon 1831 hatte SCHUMANN in der „Allgemeinen musikalischen Zeitung“ FRÉDERIC CHOPIN (1810–1849) eingeführt und stellte später in einem seiner letzten Artikel JOHANNES BRAHMS (1833–1897) der Öffentlichkeit als neuen Meister vor.

Die NZfM war das Organ der „Davidsbündler“, die gegen das Spießbürgertum, die Philister, ankämpften – SCHUMANN

  • wandte sich gegen Mittelmäßigkeit und
  • seichtes Virtuosentum und
  • entwickelte den Stil einer poetisierenden Kritik.

Gegen den Widerstand seines Lehrers setzte er 1840 die Hochzeit mit dessen Tochter CLARA (1819–1896), einer Klaviervirtuosin, gerichtlich durch.

Die folgenden Jahre in Leipzig bildeten den Höhepunkt seines Schaffens, in regem musikalischen Austausch mit seiner Frau und im Zuge der Freundschaft mit FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY (1809–1847), der ihn 1843 als Lehrer ans neu gegründete Konservatorium berief. Die 1. Sinfonie, „Frühlingssinfonie“, wurde 1841 uraufgeführt. 1844 ging er nach Dresden, wo er

  • die Liedertafel leitete und
  • einen „Verein für Chorgesang“ gründete.

Dort erlebte er 1845 die Premiere von RICHARD WAGNERs (1813–1883) „Tannhäuser“, dessen Bühnentalent er jedoch höher einschätzte als dessen Kompositionsweise. Zeitweilig musste CLARA SCHUMANN mit Konzertreisen für den Lebensunterhalt sorgen. 1850 übernahm SCHUMANN die Stelle als Musikdirektor in Düsseldorf, wo sich BRAHMS bei ihm vorstellte und zum Freund der Familie wurde.

Schon um 1833 sollen sich erste Anzeigen einer Geisteskrankheit gezeigt haben, für die eine sichere Diagnose bis heute aussteht, die jedoch mit zunehmendem Alter schlimmer wurde und zur Aufgabe der Stellung in Düsseldorf führte. Nach einem Selbstmordversuch durch einen Sprung in den Rhein ging SCHUMANN 1954 in ein Sanatorium in Endenich bei Bonn, wo er nach zwei Jahren starb.

Komposition

SCHUMANNs kompositorischer Schwerpunkt ist die Klaviermusik, das Neuartige an ihr der ausgefeilte, kontrapunktisch durchdrungene Satz. Seine Vorliebe für Polyphonie ordnet die Harmonik der Melodik unter. Seine

  • Kammermusik,
  • Konzerte und
  • Orchesterwerke

sind vor allem über die Klavierkompositionen zu verstehen. Sie sind Charakterstücke, ins Große geweitete Klavierdichtungen. In größeren Formen geht die Sonatenform durch ausgedehnte Durchführungen in eine freie Fantasieform über. SCHUMANNs Musikanschauung war der Romantik verpflichtet; sie folgte in einem romantischen Sinne dem „Poetischen“, alles lediglich Illustrative und Programmatische lehnte er ab. Erst ab 1840 wandte sich SCHUMANN der sinfonischen Kunst und Kammermusik zu. Gegen Ende seines Lebens bemühte er sich um die großen Vokalformen, wie die Oper „Genoveva“, die Oratorien „Der Rose Pilgerfahrt“ und „Szenen aus Goethes Faust“, das Requiem Des-Dur und die Missa Sacra.

ROBERT-SCHUMANN-Denkmal in Zwickau

ROBERT-SCHUMANN-Denkmal in Zwickau

Robert Schumann - Denkmal von Robert Schumann in Zwickau

Werke

SCHUMANNs kompositorisches Schaffen umfasst

  • ein reiches Klavierwerk, darunter:
    – „Kinderszenen“,
    – „Fantasiestücke“,
    – „Papillons,
    – „Davidsbündlertänze“,
    – „Carnaval“,
    – die „Sinfonischen Etüden“,
    – „Kreisleriana“;
     
  • Kammermusik;
     
  • Lieder, darunter Liederzyklen nach
    – Heine,
    – Rückert und
    – Eichendorff;
     
  • Chorwerke, darunter:
    – „Zigeunerleben“;
     
  • Kantaten, darunter:
    – „Der Königssohn“,
    – „Requiem für Mignon“;
     
  • die Musik zu „Manfred“;
     
  • 1 Oper „Genoveva“;
     
  • vier Sinfonien, darunter:
    – „Frühlingssinfonie“ Nr. 1,
    – „Rheinische“ Nr. 3;
     
  • 1 Klavierkonzert;
     
  • 1 Violinkonzert;
     
  • 1 Cellokonzert.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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