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Woyzeck

In BÜCHNERs fast naturalistischem Drama „Woyzeck“ (1836) wird der einfältige, aber gutmütige Soldat Woyzeck von seinem Vorgesetzten ausgenutzt und geschunden. Der Hauptmann philosophiert mit ihm über Moral und Tugend. Beides könnten sich die Armen nicht leisten, meint Woyzeck: „Es muß was Schönes sein um die Tugend, Herr Hauptmann. Aber ich bin ein armer Kerl!“ Um sich einige Groschen zu verdienen, dient er dem Arzt als Versuchsperson. Dieser will anhand einer Erbsendiät Obskures beweisen. Als ihm der Tambourmajor auch noch seine Geliebte fortnehmen will, wird Woyzeck zum Mörder.

Er tötet seine Freundin Marie im Affekt. Sprachlich nähert sich das Drama, das nur als Fragment vorliegt, dem Naturalismus an: Die Figuren sprechen größtenteils Darmstädter Dialekt.

„Woyzeck“ wurde 1979 mit KLAUS KINSKI in der Hauptrolle verfilmt. Der vorliegende Text lehnt sich in der Reihenfolge der Auftritte an diesen Film an.

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1836 begann BÜCHNER mit der Arbeit an dem Drama „Woyzeck“. Dieses gilt als das erste bedeutende soziale Drama in der deutschen Literaturgeschichte. In den Mittelpunkt des Geschehens rückt statt des idealistischen Helden der von seinem sozialen Milieu bestimmte Mensch. BÜCHNER war bemüht, sowohl sprachlich als auch psychologisch das Milieu der sozialen Unterschicht nachzubilden. Der Soldat Woyzeck wird von BÜCHNER als Opfer der Verhältnisse dargestellt.

Das besondere an diesem Drama ist außerdem der Aufbau in Form lose aneinander gereihter Szenen („offene Form“), ganz im Kontrast zum bis dahin üblichen klassischen dramatischen Aufbau. BÜCHNERs „Woyzeck“ wurde zu einem Schlüsselstück der Moderne, auch durch seine Absage an die idealistische Suche nach dem Schönen in der Kunst.

  • BWS-DEU2-0509-01.pdf (142.47 KB)

Im fast naturalistischen Drama „Woyzeck“ (siehe PDF "Georg Büchner - Woyzeck (Version 1)", PDF "Georg Büchner - Woyzeck (Version 2)") wird der einfältige, aber gutmütige Soldat Woyzeck von seinem Vorgesetzten ausgenutzt und geschunden. Der Hauptmann philosophiert mit ihm über Moral und Tugend. Beides könnten sich die Armen nicht leisten, meint Woyzeck:

„Es muß was Schönes sein um die Tugend, Herr Hauptmann. Aber ich bin ein armer Kerl!“
(vgl. PDF "Georg Büchner - Woyzeck (Version 1)", PDF "Georg Büchner - Woyzeck (Version 2)")

Um sich einige Groschen zu verdienen, dient er dem Arzt als Versuchsperson. Dieser will anhand einer Erbsendiät Obskures beweisen. Als ihm der Tambourmajor auch noch seine Geliebte fortnehmen will, wird Woyzeck zum Mörder. Er tötet seine Freundin Marie im Affekt.

Sprachlich nähert sich das Drama, das nur als Fragment vorliegt, dem Naturalismus an: Die Figuren sprechen größtenteils Darmstädter Dialekt. „Woyzeck“ wurde 1979 mit KLAUS KINSKI in der Hauptrolle verfilmt. Der vorliegende Text in PDF "Georg Büchner - Woyzeck (Version 1)" lehnt sich in der Reihenfolge der Auftritte an diesen Film an.

Fassungen

BÜCHNER konnte das Drama in seiner endgültigen Gestalt nicht mehr fertigstellen. Er hinterließ eine ganze Reihe von Szenenentwürfen, aus denen nicht hervorgeht, in welcher Reihenfolge die Szenen angeordnet sein sollen. Die PDF "Georg Büchner – Woyzeck (Version 2)" folgt der kritischen Edition von Werner R. Lehmann.

LEHMANN ordnete die Fragmente folgendermaßen:

  1. Szene: Freies Feld, die Stadt in der Ferne
  2. Szene: Die Stadt
  3. Szene: Buden, Lichter, Volk
  4. Szene: Mariens Kammer
  5. Szene: Beim Hauptmann
  6. Szene: Mariens Kammer
  7. Szene: Auf der Gasse
  8. Szene: Beim Doktor
  9. Szene: Straße
10. Szene: Die Wachtstube
11. Szene: Wirtshaus
12. Szene: Freies Feld
13. Szene: Nacht
14. Szene: Wirtshaus
15. Szene: Kramladen
16. Szene: Kammer
17. Szene: Kaserne
18. Szene: Der Hof des Doktors
19. Szene: Marie mit dem Mädchen vor der Haustür/Straße
20. Szene: Abend. Die Stadt in der Ferne
21. Szene: Es kommen Leute
22. Szene: Das Wirtshaus
23. Szene: Abend. Die Stadt in der Ferne
24. Szene: Woyzeck an einem Teich
25. Szene: Straße
26. Szene: Gerichtsdiener, Arzt und Richter
27. Szene: Karl (Idiot), Woyzeck und das Kind


Erstmals veröffentlichte KARL EMIL FRANZOS 1879 den „Woyzeck“ in seiner Ausgabe: „Georg Büchner: Sämmtliche Werke und handschriftlicher Nachlaß“. Ihm war es gelungen, die im Laufe der Zeit stark verblassten Seiten lesbar zu machen. Die Szenenfolge ist weitgehend mit der in PDF "Georg Büchner - Woyzeck (Version 1)" identisch.

  • BWS-DEU2-0509-02.pdf (202.24 KB)
Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH): "Woyzeck." In: Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH). URL: http://www.lernhelfer.de/index.php/schuelerlexikon/deutsch-abitur/artikel/woyzeck (Abgerufen: 09. January 2026, 23:34 UTC)

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1834 schrieb der damals 21 Jahre alte GEORG BÜCHNER gemeinsam mit FRIEDRICH LUDWIG WEIDIG seine Flugschrift „Der Hessische Landbote“.

In ihr kritisierten die Verfasser die hessischen Staatsausgaben und prangerten sie als Raub am vom Volk erarbeiteten Vermögen an. Die Armen würden immer ärmer, die Reichen immer reicher. Das Geld sei der Blutzehnte, „von dem Leib des Volkes genommen“. Diese Wahrheit, das wusste BÜCHNER, war eine unbequeme Wahrheit, und sie war verboten. Trotzdem deckte er schonungslos auf, was im Namen und Gesetz des Fürsten geschah.

Der Autor glaubte viele Protestierer hinter sich, denn zwei Jahre vorher war das Hambacher Fest (Mai 1832) gewesen, auf dem sich die deutsche Opposition versammelt hatte. BÜCHNER kam zu der Erkenntnis, das deutsche Volk müsste „sich die Freiheit erringen“. Ein Traum, der auch 14 Jahre später, während der bürgerlich-demokratischen Revolution nur von kurzer Dauer war.

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