Biotische Umweltfaktoren

Biotische Umweltfaktoren sind alle Einwirkungen auf einen Organismus, die von anderen Lebewesen ausgehen. Sie können innerhalb einer Art und zwischen verschiedenen Arten auftreten.

In jedem Biotop leben Organismen, die einen ähnlichen Anspruch an den Lebensraum haben und so miteinander in Konkurrenz um vorherrschende begrenzte Ressourcen (z. B. Nahrung, Geschlechtspartner) stehen. Diese Beziehungen sind ein wichtiger Faktor zur Regulierung der Populationsdichte.

Pflanzenfresser üben einen starken Einfluss auf die Vegetation aus (z. B. Großwildherden in Afrika oder – früher – Bisonherden in Nordamerika)

Paramecium-Arten (P. aurelia und P. caudatum) werden zunächst in getrennten Kulturgefäßen herangezogen. Beide Arten stellen in Reinkultur ähnliche Ansprüche an ihre Umwelt (physiologische Potenz). Wenn sie in einem Kulturgefäß zusammengehalten werden, verdrängt das sich schneller vermehrende P. aurelia die konkurrierende Art P. caudatum. Infolge der interspezifischen Konkurrenz verändern sich die Toleranzkurven beider Arten (ökologische Potenz). Diesem Phänomen liegt folgende Gesetzmäßigkeit zugrunde: Je ähnlicher die Umweltansprüche zweier konkurrierender Arten sind, umso geringer ist die Möglichkeit, dass beide dauerhaft im gleichen Biotop nebeneinander existieren. Die konkurrenzstärkere Art wird die andere verdrängen.

Die einfachste Form, diese interspezifische Konkurrenz zu vermeiden, liegt im Abwandern einer Art.Konkurrenten können auch durch Einpassung in neue ökologische Nischen (Nutzungsbereiche, ökologische Planstellen) ausweichen, sodass sie weiter im gleichen Biotop vorkommen können.So haben Pflanzen eines Standorts zur Konkurrenzvermeidung Wurzelsysteme in verschiedenen Tiefen ausgebildet. Verschiedene parasitisch lebende Federlingsarten einer Wirtsvogelart haben ihre Nahrungssuche auf unterschiedliche Bereiche spezialisiert.

Schutztrachten der Tiere

Tiere sind zum Schutz vor Fressfeinden oft mit Schutztrachten ausgestattet.

Es werden folgende Formen unterschieden:

Tarntracht: Farbanpassungen an die Umgebung, z. T. sogar Farbwechsel bei einigen Chamäleonarten (Abbildung) und Plattfischen

Warntracht: Intensive, auffällige Färbung (oft Gelb oder Rot), z. B. beim Feuersalamander (Abbildung) oder Pfeilgiftfrosch

Nachahmungstarntrachten (Mimese): Nachahmen von Gegenständen ihres Lebensraumes in Farbe, Gestalt oder Haltung, z. B. bei der Heuschrecke

Scheinwarntracht (Mimikry): Nachahmen der Farbgebung von ungenießbaren oder wehrhaften Tieren, z. B. bei der Schwebfliege.

Biotische Umweltfaktoren
Lernhelfer-App für dein Smartphone oder Tablet

Lexikon Share
Beliebte Artikel
alle anzeigen

Einloggen