Direkt zum Inhalt

Pfadnavigation

  1. Startseite
  2. Deutsch
  3. 2 Sprachgeschichte und Kommunikation
  4. 2.4 Grundfragen der Kommunikation
  5. 2.4.1 Sprache ist das wichtigste Kommunikationsmittel
  6. Rundfunk

Rundfunk

Unter Rundfunk versteht man das ungerichtete Ausstrahlen von Sendungen an eine nicht näher bestimmte Allgemeinheit. In der Anfangsphase war Rundfunk mit Radio identisch.
Die Geschichte des Hörfunks begann in Deutschland 1923.
Der Rundfunk (Hörfunk) als Massenmedium informiert schneller und aktueller, als es die Printmedien vermögen. Er ist abwechslungsreich durch Musiksendungen, Diskussionsrunden, Vorträge, Kritiken, Liveübertragungen, Nachrichten aus dem In- und Ausland usw.

Thema nicht verstanden?

  • KI-Tutor Kim erklärt dir den Stoff sofort nochmal einfach und verständlich

  • Kim hilft dir bei all deinen Fragen und Aufgaben weiter

Jetzt kostenlos mit Kim üben
Your browser does not support the video tag.

Definition

Unter Rundfunk versteht man das ungerichtete Ausstrahlen von Sendungen an eine nicht näher bestimmte Allgemeinheit. In der Anfangsphase war Rundfunk mit Radio identisch. Mit der Einführung des Fernsehens bedeutet Rundfunk beides. Häufig wird aber die Wendung „Rundfunk und Fernsehen“ gebraucht. Richtig muss es heißen: Radio/Hörfunk und Fernsehen. Der Gegensatz von Rundfunk ist Richtfunk.

Geschichte des Rundfunks (Hörfunk)

In Deutschland begann der öffentliche Rundfunk am 29. Oktober 1923 mit einem einstündigen Programm. Zunächst konnte nur live gesendet werden oder von (Schellack-)Schallplatten. Die Programme bestanden vor allem aus Vorträgen, Nachrichten, klassischer Musik und Liveübertragungen. Später kamen Hörspiele als eine rundfunkeigene Darbietungsform hinzu.
In der Weimarer Republik war der Rundfunk privatrechtlich organisiert. Der Staat hatte sich aber Zensur- und Zugriffsmöglichkeiten gesichert.
1926 wurde als Dachorganisation die Reichs-Rundfunk-Gesellschaft gegründet. Sie gehörte zu 51 % der Reichspost. Damit hatte die Regierung jederzeit das Recht, den Rundfunk für ihre Zwecke zu nutzen.
Ende der 20er-Jahre stieg die Programmleistung von 1 Stunde pro Tag auf bereits 14 Stunden.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde der Rundfunk ein wichtiges Führungsmittel. JOSEPH GOEBBELS wurde Reichspropagandaminister und damit auch Beherrscher des Rundfunks. Der Rundfunk wurde das wesentliche Propagandainstrument. Weite Verbreitung fand das Radio mit der zielgerichteten Einführung des Volksempfängers. Mit diesem absichtlich preiswerten Gerät stieg die Anzahl der Empfangsgeräte von 4,2 Millionen auf 16 Millionen (1930 bis 1936).
Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs schwankte die Programmgestaltung. Neben vermehrt kulturellen Programmen nahmen vor allem ab 1938 propagandistische Programme zu.
Im Zweiten Weltkrieg setzte ein wahrer „Ätherkrieg“ ein. Schmähkritik und unwahre Meldungen waren an der Tagesordnung. Trotz Abhörverbot erreichte vor allem das deutsche Programm der BBC in Deutschland ein wachsendes Publikum. Der deutsche Propagandaapparat war darauf besonders technisch schlecht eingestellt. Drastisches Gegenmittel war die Todesstrafe für diejenigen, die Informationen von Auslandssendern weitergaben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Rundfunk von den Besatzungsmächten neu organisiert. In den westlichen Besatzungszonen wurde nach dem Modell der BBC das öffentlich-rechtliche Modell realisiert. In jedem Bundesland wurden eigene Rundfunkanstalten geschaffen:
So entstanden der NWDR, aus dem später der WDR, der NDR und der SFB hervorgingen, der Bayerische, der Hessische, der Süddeutsche Rundfunk sowie der Südwestfunk, Radio Bremen und später der Saarländische Rundfunk.
Eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt dient der Allgemeinheit und verwaltet sich selbst. Der Staat hat keinen unmittelbaren Einfluss auf die Programmgestaltung. Ein demokratisches Vertreterorgan (in der Regel der Rundfunkrat) nimmt Kontroll- und Aufsichtsfunktion wahr.
Im Osten wurden von der sowjetischen Besatzungsmacht anfangs Landessender eingerichtet. Mit der Auflösung der Länder entfielen sie. Sie wurden durch drei zentrale Programme ersetzt. Es erfolgte eine zentrale Programmplanung. Kurz vor der Wende hatte der DDR-Rundfunk fünf Voll- und zwölf Regionalprogramme sowie ein landesweites Jugendradio (DT 64). Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten wurde nach dem westlichen Modell der Rundfunk in den neu gegründeten Ländern neu organisiert. Der MDR versorgt die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, der ORB Brandenburg und der NDR Mecklenburg-Vorpommern.

Rundfunk öffentlich-rechtlich und privatrechtlich (Hörfunk)

Mitte der 1980er-Jahre etablierte sich neben dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk auch der privatrechtlich organisierte Rundfunk. Seitdem sprechen wir vom dualen Rundfunksystem.
Die ausschließlich werbefinanzierten Privatsender haben einen anderen Programmstil. Er zeichnet sich aus durch:

  • kürzere Wortbeiträge,
  • wiedererkennbare Sendungen,
  • ausgewählte Musik, die genau der gewünschten Zielgruppe des Senders entspricht.

Entscheidendes Kriterium ist nicht in jedem Falle die Qualität, sondern die Einschaltquote.
War in den 1950er-Jahren der Rundfunk ein relativ einseitiges Kommunikationssystem, änderte sich die Radiokultur in den 1960er-Jahren erheblich. Kultur von oben war nicht mehr erwünscht, die Hörer wollten teilnehmen. Während der Studentenunruhen wurde besonders der manipulative Charakter des Rundfunks kritisiert. Er orientiere sich nicht an den Interessen der Hörerinnen und Hörer, sondern sei ein Herrschaftsinstrument.
Eine Reaktion des Rundfunks war, kritische Journalisten einzusetzen, die das Hörerpublikum beteiligen konnten. Der WDR rief z. B. Sendungen wie „Funkhaus Wallrafplatz“ oder „Hallo Ü-Wagen“ ins Leben.

Aufgaben heute und die Zukunft des Rundfunks (Hörfunk)

Der Rundfunk als Massenmedium informiert schneller und aktueller, als es die Printmedien vermögen. Er ist abwechslungsreich durch Musiksendungen, Diskussionsrunden, Vorträge, Kritiken, Liveübertragungen, Nachrichten aus dem In- und Ausland usw.
Wenn durch das Fernsehen auch anfangs der Anteil der Hörer stärker zurückging, so liegt seine Nutzung inzwischen wieder fast gleichauf mit dem Fernsehen. Das Radio ist in den Morgenstunden und als Begleiter im Auto (auch durch seinen Verkehrsfunk, Bild 1) sehr gefragt.
Die Mediennutzung des Hörfunks lag 2001 bei 33 %, die des Fernsehens bei 35 %. Im Vergleich hierzu werden Printmedien mit 14 % relativ gering genutzt. Der Anteil der PC-Nutzung lag bei 3 %. Letzterer soll allerdings bis 2015 auf 18 % gesteigert werden. Damit steigen aber auch die Ausgaben je Haushalt. Werden für die Nutzung der elektronischen Medien heute monatlichca . 28 € ausgegeben, werden es 2015
etwa 82 € sein.
Mit dem Trend zu den elektronischen Medien wird die Fähigkeit der Nutzer für den zielgerichteten Umgang wachsen. Probleme werden in der Abnahme der Konzentration und Ausdrucksfähigkeit gesehen sowie in zunehmenden Defiziten in der Schreib- und Lesefähigkeit. Eine verstärkte Individualisierung könnte mit einer Abnahme außerhäuslicher Aktivitäten einhergehen.
Gerade hinsichtlich der Verbesserung der Ausdrucksfähigkeit hat der Rundfunk (Hörfunk und Fernsehen) eine Chance, die noch nicht stark genug genutzt wird.

Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH): "Rundfunk." In: Lernhelfer (Duden Learnattack GmbH). URL: http://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/deutsch/artikel/rundfunk (Abgerufen: 30. March 2026, 18:46 UTC)

Suche nach passenden Schlagwörtern

  • Musik
  • Joseph Goebbels
  • Richtfunk
  • Rundfunkanstalt
  • Privatsender
  • Rundfunkrat
  • Massenmedium
  • duales Rundfunksystem
  • Volksempfänger
  • Printmedien
  • DT 64
  • Hörfunk
  • SFB
  • Informationen
  • MDR
  • PropagandainstrumentRundfunk
  • Ausgaben
  • Radio
  • Abhörverbot
  • Regionalprogramme
  • Ausdrucksfähigkeit
  • Deutschland
  • Fernsehen
  • BBC
  • WDR
  • Besatzungszone
  • Schreib- und Lesefähigkeit
  • Vertreterorgan
  • Kommunikationssystem
  • NDR
  • DDR-Rundfunk
  • ORB
  • PC-Nutzung
  • Öffentlich-rechtlich
  • Mediennutzung
  • Programme
  • Privatrechtlich
  • Zweiten Weltkrieg
  • Radiokultur
Jetzt durchstarten

Thema nicht verstanden?

  • KI-Tutor Kim erklärt dir den Stoff sofort nochmal einfach und verständlich
  • Kim hilft dir bei all deinen Fragen und Aufgaben weiter

Verwandte Artikel

Fotografieren und Farbfotografie

Der fotografische Prozess umfasst eine Reihe physikalischer und chemischer Prozesse, ohne deren Beherrschung beliebte Freizeitbeschäftigungen wie Kino und Fernsehen nicht möglich wären. Die fotochemische Umwandlung von weißen Silberhalogeniden in schwarzes metallisches Silber bildet die Grundlage für die Entwicklung sowohl von Schwarz-Weiß- als auch von Farbfilmen. Auch wenn der Farbfilm komplexer aufgebaut ist als der heute nur noch selten benutzte Schwarz-Weiß-Film, basieren die Entwicklung der Negative und die Herstellung von Abzügen auf ähnlichen Redox- und Komplexierungsreaktionen.

Plakat

Das Plakat erfüllt im Kommunikationsprozess verschiedene Aufgaben. War es im Altertum und Mittelalter vorrangig Mitteilungsblatt, so informiert es heute über kulturelle Veranstaltungen, regt zum Kauf von Konsumgütern an oder zum Kennenlernen der Vielfalt der Natur. Besonders in Wahlkampfzeiten soll das Plakat dazu animieren, einer politischen Partei Glauben zu schenken und ihre Kandidaten zu wählen. Das Plakat zählt zu den Massenmedien und ist Werbemittel und Werbeträger zugleich.

Der Film

Für den allgemeinen Gebrauch gibt es drei Arten von Filmen:

Printmedien

Printmedien sind:

Bild

Allein in Deutschland werden wöchentlich Zeitschriften in schier unermesslicher Zahl gedruckt. Alle finden irgendwie ihre Leserschaft. Auch auf dem Zeitschriftenmarkt bestimmen Angebot und Nachfrage den Markt.

In Deutschland lesen ca. 80 % der Erwachsenen regelmäßig Zeitung. Dafür werden täglich etwa 370 Tageszeitungen mit einer Auflage von 25 Mio. Exemplaren gedruckt. Neben den Zielgruppen- und Fachzeitschriften gewinnen besonders die unternehmensfinanzierten Kundenmagazine mit absatzorientierter Informationsübermittlung an Bedeutung. Während 1987 noch 762 verschiedene Titel gedruckt wurden, gab es 1998 bereits 1200 mit einer Gesamtauflage von fast 300 Mio Exemplaren pro Ausgabe.

Flugblatt

Das Flugblatt ist ein meist unentgeltlich verteiltes oder von Flugzeugen o. Ä. in größeren Mengen abgeworfenes Blatt. Es kann ein- oder zweiseitig bedruckt sein. Meist handelt es sich um kleinformatige Blätter, die aus aktuellem Anlass hergestellt und vertrieben werden.

Ein Angebot von

Footer

  • Impressum
  • Sicherheit & Datenschutz
  • AGB
© Duden Learnattack GmbH, 2026