Global Players – transnationale Unternehmen

Transnationale Unternehmen entstehen ...

In einem Land befindet sich der Stammbetrieb, das Mutterunternehmen. Darüber hinaus gehören Produktionsstätten und/oder Niederlassungen in vielen Staaten, sogenannte Tochterfirmen, zum Unternehmen. Ein Großteil der Umsätze wird folgerichtig im Ausland erwirtschaftet, und auch die langfristige strategische Unternehmensplanung ist international ausgerichtet. Zu transnationalen Unternehmen zählen nicht nur Großunternehmen der Industrie, sondern auch internationale Handelsbetriebe, Medienkonzerne, Banken und Versicherungen.

... vor allem aus Gründen der Profitmaximierung

Große Industrieunternehmen errichten neue Produktionsstätten häufig in Ländern, wo weniger Löhne gezahlt werden müssen oder die Steuern niedriger sind, wo folglich kostengünstig produziert werden kann.

So produzieren z. B. in Indonesien rund 120000 Arbeiter und Arbeiterinnen für NIKE Sportschuhe für einen Tageslohn von weniger als 3 Dollar. Dies ist der gesetzliche Mindestlohn, den die Regierung Indonesiens festgelegt hat, um Auslandsunternehmen anzulocken. Der reicht aber kaum zum Leben.

Auch weniger strenge Umweltgesetze sind ein Anreiz, um Betriebe im Ausland zu errichten. Dazu kommt, dass die Unternehmen durch die Tochterunternehmen die Möglichkeit haben, ihre Erzeugnisse unverzollt auf den jeweiligen Markt zu bringen. Deshalb werden neben den Betrieben auch gleich die Vertriebsorganisationen im Ausland eingerichtet. Die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Unternehmen verbleiben dagegen meist im „Mutterland“ oder werden in Regionen mit hoch qualifizierten Fachleuten und Arbeitskräften angesiedelt.

Für die Staaten, in denen die Tochterunternehmen der Großkonzerne angesiedelt sind, entstehen viele Probleme: Die Regierungen haben so gut wie keinerlei Einfluss auf die Planung, die Produktion, den Vertrieb und die Preisbildung der Erzeugnisse. Die transnationalen Unternehmen können z. B. jederzeit ohne Rücksicht auf die sozialen Belange der Beschäftigten Produktionsstätten schließen und Tausende Menschen entlassen, wenn es für das Unternehmen vorteilhaft ist. In Krisenzeiten bedeutet das, die Probleme im Mutterland ins Gastland zu delegieren, gewissermaßen die Krise zu exportieren.

Dennoch gibt es weltweit bei vielen Ländern die Bereitschaft, die Ansiedlung von Tochterunternehmen transnationaler Konzerne zu unterstützen. Der Hauptgrund besteht darin, dass die Unternehmen an den jeweiligen Standorten dringend benötigte Arbeitsplätze schaffen.

McDonald's-Filiale auf der Wassilij-Insel in St. Petersburg

Volkswagen – ein Global Player

Eines der bedeutendsten transnationalen Großunternehmen aus Deutschland ist der Automobilhersteller Volkswagen. Der Konzern liegt nach dem Umsatz weltweit an 13. Stelle. Volkswagen ist der größte Automobilhersteller Europas und nach Toyota an zweiter Stelle weltweit. Firmensitz und Standort der Firmenzentrale ist Wolfsburg.

Am 22. August 1960 wurde die Volkswagenwerk G.m.b.H., die sich nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Besitz des Landes Niedersachsen befand, in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Auf Beschluss der Hauptversammlung 1985 ist der Name des Unternehmens seither „Volkswagen AG“. Neben der Automobilherstellung gehören auch Finanz- und Logistikdienstleistungen zum Volkswagen-Konzern. Der Volkswagen-Konzern beschäftigt momentan etwa 435 000 Mitarbeiter – davon über 8.000 Auszubildende – an 44 Fertigungsstätten in 12 Ländern Europas und in 6 Ländern Amerikas (Bild 2), Asiens und Afrikas. Am Tag werden ungefähr 24.500 Fahrzeuge gebaut. In mehr als 150 Staaten bietet Volkswagen seine Fahrzeuge an.

Volkswagenfabrik in Anchieta (Brasilien)

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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