König Salomo

SALOMO wurde 965 v. Chr. in Jerusalem als Sohn DAVIDS und BATHSEBAS geboren. (Salomo hebr., eigentlich „der Friedliche“).
Als König von Juda, Israel und Jerusalem lebte er bis 926 v. Chr.

Machtkampf zu Beginn der Regentschaft

SALOMOS Regentschaft begann mit einem Machtkampf. Denn ADONIJA, sein älterer Halbbruder ließ sich zum König ausrufen als DAVID bereits hochbetagt war. Nachdem DAVID davon erfahren hatte, ließ er seinen Sohn SALOMO vom Priester ZADOK und dem Propheten NATHAN zum Gihon führen und ihn dort zum König salben. So wie er es SALOMOS Mutter BATHSEBA geschworen hatte. ADONIJA gab den Machtkampf jedoch nicht auf, woraufhin SALOMO ihn von zwei Priestern töten ließ.

König SALOMO und der Umbruch der Verwaltungsstruktur

Unter SALOMO erreichte der königliche Absolutismus in Israel und Juda seinen Höhepunkt. Die israelitischen Stämmegebiete und kanaanäische Städteterritorien machten zusammen das Gebiet Israels aus.(Durch DAVID einverleibt.) König SALOMO konnte den Bestand des israelitischen Großreiches, das nach DAVIDS Tod zu zerfallen drohte, ohne größere kriegerische Auseinandersetzungen sichern: nach außen durch das Pflegen diplomatischer Beziehungen (u.a. durch eine geschickte Heiratspolitik), nach innen durch eine Stabilisierung des Staates. Nur die Aramäer von Damaskus und die Edomiter machten sich unter SALOMO selbstständig. Das israelitische Staatsgebilde teilte er in zwölf Provinzen unter Leitung je eines Provinzialpräsidenten. Die Stämme und deren Vertreter wurden aus der Politik ausgeschaltet.

SALOMO verstärkte das Festigungssystem, reorganisierte das Heerwesen (Einführung der Streitwagentaktik), gliederte das Reich in einzelne Bezirke, um die Verwaltung effizienter zu machen, und schuf einen leistungsfähigen Beamtenapparat. Seine großartige Hofhaltung (königliche Palastbauten) und eine gegenüber Fremdkulturen freizügige Religionspolitik trugen zur kulturellen Blüte des Landes bei. Als Folge der internationalen Beziehungen spielte am Hofe König SALOMOS die Beschäftigung mit der Weisheit, in erster Linie mit naturkundlichen Fragen eine bedeutsame Rolle.
Auf dem Ölberg östlich von Jerusalem hatte SALOMO Heiligtümer für die Kulte seiner ausländischen Frauen errichten lassen. SALOMO baute die Handelsbeziehungen zu den phönizischen Städten intensiv aus (besonders mit der phönizischen Stadt Tyrus), Schiffe fuhren sogar bis nach Spanien. Am Roten Meer baute er für seine eigene Handelsflotte einen Hafen. Für seine Bauten, u. a Tempelbau, war er auf die Einfuhr von Hölzern und Edelmetallen angewiesen. Südlich des Toten Meeres und in Ezjon-Geber betrieb der König Kupferminen und Schmelzhütten. Die arabische Königin von SABA dürfte in erster Linie um der Handelsinteressen willen nach Jerusalem gekommen sein, wenn auch die Legende über Handelsbeziehungen hinausgeht. Trotz seiner hervorragenden Begabungen hatte SALOMO die Kräfte Israels und Judas übermäßig beansprucht. Es kam zu Aufständen unter den Angehörigen des Hauses JOSEPH (Ephraim-Manasse) unter Führung JEROBEAMS. Auch war die Priesterschaft gegen ihn, da er die „Vielgötterei“ förderte. Bauern und Handwerker hassten ihn, weil er sie mit Steuern und Fronarbeit auspresste.
Durch den Bau des „SalomonischenTempels“ (allisraelitisches Heiligtum) wurde Jerusalem zum religiösen Zentrum, dessen geistige Kraft die Jahrhunderte überdauert hat. In Jerusalem entstanden weiterhin das Libanon-Waldhaus als Zeughaus, die Säulenhalle als Wartehalle, der königliche Palast und das Palais für die Hauptfrau des Herrschers. Magazinstädte wurden für die Ablieferung der Naturalabgaben aus den Provinzen erbaut.
Als die Nachbarstaaten merkten, dass sein Reich äußerlich zwar groß, innerlich aber nicht gefestigt war, fielen sie von ihm ab..
Nach dem Tode SALOMOS im Jahr 926 v. Chr. herrschte zunächst längere Zeit Feindschaft zwischen Juda und Israel.

König Salomo

Das Salomonische Urteil

Die mit Sicherheit berühmteste Geschichte ist das Salomonisches Urteil :
SALOMO befahl in einem Streit zweier Mütter um ihr Kind, das Kind zu teilen, woraufhin sich die falsche Mutter durch Einwilligung verriet.
Dem König SALOMO werden einzelne Dichtungen und Schriften für biblische Bücher zugeschrieben (Sprüche, Kohelet, Hoheslied, Weisheit, Psalmen, Psalmen SALOMOS und Oden SALOMOS). SALOMO wurde, obwohl sein Reich schon bald nach seinem Tod zerfallen war, immer mehr zum Idealbild des mächtigen und weisen Herrschers.

Illustration zum »Der Ritter vom Turn«, Szene: Salomos Urteil, Entwurf: ALBRECHT DÜRER, 1493, Holzschnitt,
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