Siedlungsgebiete der Kelten

Die Kelten wurden von den Römern Gallier, das heißt Kämpfer, genannt.
Woher die Kelten ursprünglich kamen, ist bis heute nicht schlüssig geklärt. Wahrscheinlich entstanden sie durch kulturelle Evolution aus Stämmen der Urnenfelderzeit (1200–750 v. Chr.). Erst in der frühen La-Tène-Zeit können Gemeinsamkeiten für einen größeren einheitlichen Kulturkreis der Kelten nachgewiesen werden. Seit dieser Zeit gibt es auch überlieferte Beschreibungen über die Kelten, vor allem durch Griechen und Römer.

Im Jahre 300 v. Chr. begannen sie ihre großen Wanderungen. Sie siedelten vor allem in Frankreich (Gallier, uns bekannt aus den Filmen „Asterix und ...“), auf den Britischen Inseln (Gälen und Briten), in Italien, in Spanien und Kleinasien (Galater). Die Bevölkerungsdichte hatte stark zugenommen, sodass neue Siedlungsgebiete zum Teil auch kriegerisch erobert werden mussten. Städtegründungen wie Paris, Turin, Budapest und Ankara gehen auf die Besiedelung durch die Kelten zurück.

Die keltischen Stämme haben sich im Laufe der Zeit mit der einheimischen Bevölkerung völlig vermischt. In Wales, Schottland, Irland und in der französischen Bretagne hat sich die keltische Sprache noch zum Teil erhalten, denn hier waren die Kelten über 500 Jahre sesshaft. In Deutschland besiedelten die Kelten zuerst Südwestdeutschland und die Rheingegend. In der jüngeren Eisenzeit (etwa um 500 v. Chr.) wanderten die Kelten, aus Frankreich kommend, ins Allgäu ein. Hauptsächlich im Westallgäu und um Kempten errichteten sie ihre Siedlungen (Oppidum). Daher zählt das Allgäu zu den Kerngebieten keltischer Siedlungskultur. So sollen die Eschenburg bei Sonthofen und die Schöllanger Burg einmal keltische Fliehburgen gewesen sein.
Im letzten Jahrhundert v. Chr. verdrängten vom Norden her die germanischen Stämme der Kimbern und Teutonen und vom Süden her die Römer die Kelten. Damit fand die Hoch-Zeit der Kelten ihr Ende. Nachdem der Widerstand der Kelten gebrochen war, wurden sie in den Folgejahren vom römischen Kulturkreis völlig assimiliert. Allein in der Bretagne und auf den britischen Insel konnte sich das Keltentum länger halten. Hier finden wir auch heute noch keltische Wurzeln in der Sprache und in den Traditionen.

Wichtige Entwicklungen und Erfindungen der Kelten

Die Kelten waren hervorragende Ackerbauern, Viehzüchter und Eisenschmiede. Neben dem vor allem durch die Kelten entwickelten Eisenbergbau erfanden sie das heute noch bekannte Schottenmuster, die Pferdeschwanzfrisur – die damals allerdings nur die Männer trugen – und die Seife. Die Kelten haben Pferde sehr verehrt. Als berühmtes Reitervolk sollen sie auch die Hose als bequemes und praktisches Kleidungsstück erfunden haben. Ihre äußerste Kunstfertigkeit bei der Herstellung von Tongefäßen, von Eisenschwertern, von Goldschmiede-, Bronze- und Glasarbeiten fand Anklang und Nachahmer in ganz Europa. Sie prägten auch Geldmünzen, was den Warenaustausch erleichterte und erweiterte.

Schon in der Zeit des Tauschhandels hatten die Kelten weitreichende Handelsbeziehungen aufgebaut. Zunächst nur mit den Nachbarstämmen, bauten sie den Handel sogar mit fremden Völkern aus, bsonders mit den Römern und Griechen. Sie handelten vor allem mit Rohstoffen, wobei sie mit dem begehrten Zinn von den Britischen Inseln sogar ein Monopol hatten, aber auch zunehmend mit fertig verarbeiteten Waren. Die Waren wurden per Schiff beim Handel mit den Griechen oder beim Zinnexport aus England transportiert, aber auch oftmals sehr mühsam mit Pferdefuhrwerken sogar über Alpenpässe geschafft.

Wichtige Exportgüter der Kelten waren:
Zinn, Eisenbarren, Holz, Salz, Wolle, Flachs, Waffen und Geräte aus Eisen, feine Stoffe, Lederschuhe und verschiedene handwerkliche Erzeugnisse hoher Perfektion.
Eingeführt haben die Kelten vor allem Pferde, Wein, Seide, Glas, Korallen, Luxusgüter aus dem Mittelmeerraum.

Heute finden wir das Keltische noch in einigen Dialektwörtern. Beispiele dafür sind: Glufer = Sicherheitsnadel, Kotze = Wetterumhang, Gumpe = Wasserloch, Kratte = Korb und Föhl = Mädchen.

Stand: 2010
Dieser Text befindet sich in redaktioneller Bearbeitung.

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